4. Dezember 1993 - Todestag von Frank Zappa

Frank Zappa, 1978

4. Dezember 1993 - Todestag von Frank Zappa

1964 stößt Frank Zappa auf die "Soul Giants". Es dauert nicht lange, dann übernimmt er das Regiment. "Frank rief uns alle zusammen und sagte: 'Schaut mal. Wenn ihr meine Musik spielt, mache ich euch reich und berühmt'", wird sich Gitarrist Jimmy Carl Black später erinnern. "Er hat mich berühmt gemacht, aber verdammt nochmal sicher nicht reich."

Als "Mothers of Invention" wird die Band unter Zappa dann tatsächlich berühmt. Und Zappa bezahlt den anderen Bandmitgliedern zumindest ein Honorar - trotz finanzieller Verluste mit der ursprünglichen Besetzung, zu der auch Black gehört.

Frank Zappa, Musiker (Todestag 04.12.1993)

WDR 2 Stichtag | 04.12.2018 | 04:12 Min.

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Komplex und böse

Geboren wird Zappa 1940 in Baltimore. Die ständigen Ortswechsel, die die Familie wegen seines bei der Armee arbeitenden Vaters vollziehen muss, machen ihn zum Eigenbrötler. Neben chemischen Experimenten wird die Musik - von Klassik über arabische Melodien bis hin zum Blues - zur Konstante. Mit 15 Jahren steht er als Schlagzeuger erstmals auf der Bühne, während seiner Schulzeit arbeitet er in einem Tonstudio. 1965 werden Zappas "Mothers of Invention" während eines Auftritts entdeckt; ein Jahr später erscheint als Debütalbum "Freak Out!".

Innerhalb der Musikszene von Los Angeles, die ganz im Zeichen der Hippie-Bewegung und des Folk-Rock steht, stechen die "Mothers of Invention" mit Zappas komplexen Kompositionen und satirisch-bösen Texten klar heraus. Das gilt auch, als Zappa, der zudem als Produzent erfolgreich ist, die Ursprungsband 1969 auflöst und mit anderen Musikern weitermacht.

"Bis es spritzt, spritzt Feuer!"

Unermüdlich schreibt Zappa Musik und Texte – bis zum Ende seines Lebens gibt der Kettenraucher über 100 Musikalben heraus. Auf Tournee lässt er sich gerne mit Groupies ein, zuhause führt er mit Frau und vier Kindern ein eher klassisches Familienleben. Seine Konzerte gleichen eher Inszenierungen: Legendär wird eine mit Sahne gefüllte Giraffe, mit der Zappa bei manchen Auftritten eine Ejakulation simuliert. 1979 hat er mit "Bobby Brown", der aus der Perspektive eines Frauenhassers unter anderem Vergewaltigung besingt, in Europa seinen größten Hit.

Die ganze Komplexität seiner Musik spiegelt die Rockoper "Joe's Garage" (1979) wider, die in einem zukünftigen Amerika mit Musik-Verbot spielt. Die darauf auf Deutsch gesungenen Verse "Fick mich, du miserabler Hurensohn / Bis es spritzt, spritzt Feuer!" sind für Zappas provokante Musik typisch. 1991 wird bekannt, dass Zappa an Prostatakrebs erkrankt sei. Er stirbt am 4. Dezember 1993 im kalifornischen Laurel Canyon.

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"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 4. Dezember 2018 ebenfalls an Frank Zappa. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

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Stand: 04.12.2018, 00:00