27.02.1991 - Die Filmstiftung NRW wird gegründet

Michael Schmid-Ospach, Geschäftsführer der Filmstiftung NRW am 14.12.2004 in Düsseldorf bei einer Pressekonferenz

27.02.1991 - Die Filmstiftung NRW wird gegründet

Gleich das erste Förderprojekt der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen ist einer der größten deutschsprachigen Kinohits: Helmut Dietls Gesellschaftssatire "Schtonk" (1992) über die gefälschten Hitler-Tagebücher wird unter anderem mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet - und sogar für einen Oscar nominiert. Auch viele weitere Produktionen, die von der regionalen Filmstiftung gefördert werden, sind erfolgreich. Dazu gehören unter anderem "Lola rennt" (1998), "Der Schuh des Manitu" (2001), "Die fabelhafte Welt der Amélie" (2001), "Good Bye, Lenin" (2003), "Das Wunder von Bern" (2003) und "Der Vorleser" (2008).

Gegründet wird die Filmstiftung NRW am 27. Februar 1991 vom Land Nordrhein-Westfalen und dem Westdeutschen Rundfunk. Anstoß dafür ist der Strukturwandel: Angesichts der schrumpfenden Stahl- und Kohleindustrie setzt die Düsseldorfer Landesregierung als Ausgleich einen wirtschaftspolitischen Schwerpunkt auf den Medienbereich. Partner wird mit dem WDR die größte und finanzstärkste deutsche Landesrundfunkanstalt. Ziel von NRW-Ministerpräsident Johannes Rau (SPD) und WDR-Intendant Friedrich Nowottny ist es, Filmproduktionen mit Fördergeldern ins Land zu holen und auf diese Weise Arbeit zu schaffen. "Es kann nicht dabei bleiben, dass in Hamburg, München und Berlin allein Filmindustrie entsteht", sagt Rau. "Wir brauchen eine Infrastruktur, die hier nachhilft, damit NRW mithalten kann."

Filmemacher müssen Geld in NRW ausgeben

Innerhalb weniger Jahre bauen die Geschäftsführer Dieter Kosslick, der später die Berlinale managt, und Michael Schmid-Ospach die Filmstiftung NRW zu einer der größten Filmfördereinrichtungen der Länder aus. Als weitere Gesellschafter stoßen das ZDF, RTL und die Landesanstalt für Medien NRW dazu. Mehr als 27 Millionen Euro fließen allein 2015 von der Stiftung in Projekte.

NRW profitiert davon. Denn die Richtlinien der Stiftung sehen vor, dass die Filmemacher für jeden Euro, den sie bekommen, 1,50 Euro in NRW ausgeben müssen - zum Beispiel für Tontechnik, Requisite, Maske und Studios. Das funktioniert gut: Auf dieser Basis gibt es 2015 rund 1.000 Drehtage in NRW - auch wenn nicht alle Filme später auf den ersten Blick etwas mit NRW zu tun haben.

Umbenannt in "Film- und Medienstiftung NRW"

Wegen des relativ kleinen deutschen Kinomarktes brauchen auch Kassenschlager wie "Fack ju Göhte" (2013) oft Starthilfe. Blockbuster aus den USA hingegen lassen sich weltweit verkaufen. Das schaffen deutsche Filme meist nicht. "Es setzt sich das durch, was eine starke Vertriebspower hinter sich hat", sagt Petra Müller, seit 2010 Geschäftsführerin der Filmstiftung.

Von dieser Unterstützung profitieren mittlerweile auch Game- und Web-Entwickler. Petra Müller hat den Aufgabenbereich ihres Hauses erweitert und es in "Film- und Medienstiftung NRW" umbenannt. Gefördert werden neben Filmen nun ebenfalls Computerspiele, Apps und andere Web-Formate. Allerdings gibt es weniger Geld zu verteilen, die Gesellschafter haben jüngst das Budget gekürzt.

Stand: 27.02.2016

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Stand: 27.02.2016, 00:00