16. März 1931 - Schauspieler Ernst H. Hilbich wird geboren

Ernst H. Hilbich 1977 mit Lebensgefährtin Lotti Krekel

16. März 1931 - Schauspieler Ernst H. Hilbich wird geboren

"Angestellt als jugendlich schüchterner Komiker" steht in seinem ersten Theatervertrag. Kein Wunder, denn Ernst H. Hilbich, der Nachwuchsmime aus Siegburg, hat so gar nichts von einem feurigen Romeo oder infamen Bühnenschurken. Das jugendlich Schüchterne verspielt sich im Lauf der Zeit. Was bleibt, ist Hilbichs komödiantisches Talent, das verschmitzte Gesicht mit den listig lachenden Augen und sein untrüglicher Sinn für Gag-Timing.

Mit diesem Betriebskapital verdient sich Ernst H. Hilbich einen Stammplatz in der deutschen Film- und Fernsehunterhaltung. Hans-Joachim Kulenkampff, Peter Alexander, Heinz Schenk und Rudi Carrell – alles, was Rang und Namen hat, holt sich den komischen Vogel als Lacher-Garanten an seine Seite. Jüngere Fans kennen vor allem seine "Stimme zum Grünkohlessen", wie es ein Theaterchef einmal ausdrückte. Das Sams der Augsburger Puppenkiste etwa quäkt in Hilbichs unverwechselbarer Tonlage.

Karrieresprung ins "Kom(m)ödchen

Schauspieler will der am 16. März 1931 geborene Ernst Herbert Hilbich bereits als Schüler werden. Im Familienkreis findet das Humortalent sein erstes Publikum. "Da war der erste Applaus und das an den Tanten-Busen-drücken. An so was gewöhnst du dich. Warum soll ich denn einen anderen Beruf nehmen. Von vornherein, ich wollt", erinnert sich der heute 85-Jährige an seine Kindheit in Siegburg. Anfangs wehrt der Vater sich noch gegen die künstlerischen Flausen seines Sohnes. "Aber er hat dann resigniert und gesagt: Bring mir irgendeine abgeschlossene Lehre und dann kannst Du machen, was du willst."

Nach folgsam absolvierter Elektromechanikerlehre startet Hilbich seine Schauspiel-Karriere erst einmal hinter den Kulissen – als Requisiteur, Inspizient und Beleuchter im Siegburger Bühnensaal. Eine durchreisende Wanderbühne vertraut dem Schauspiel-Autodidakten erste kleine Rollen an. Es folgen Engagements in Neuss, Konstanz, Osnabrück und schließlich am Stadttheater Hildesheim, wo Hilbich auch als Operettenbuffo das Publikum amüsiert. 1958 sitzt das Glück in Gestalt von Lore Lorentz im Parkett. Die Grande Dame des politischen Kabaretts der Adenauer-Ära erkennt die Begabung des Newcomers und holt Ernst H. Hilbich an das "Kom(m)ödchen" nach Düsseldorf.

Hit mit "Knieritz an der Knatter"

Mehr als 13 Jahre lang bringt Hilbich mit Schlagfertigkeit und sicherem Gespür für Gags frischen Wind in das renommierte Satire-Ensemble. Politischer Kabarettist im eigentlichen Sinne sei er aber nie gewesen, bekennt der Schauspieler später. Vielmehr habe ihn gereizt, "dass ich an einem Abend – damals war es ja noch Nummernkabarett – zwölf verschiedene Rollen spielen konnte. Ich war also mehr ein sehr guter Darsteller." Das sieht auch "Stahlnetz"-Regisseur Jürgen Roland so und verschafft Hilbich Anfang der Sechziger in den Krimi-Straßenfegern seine ersten Fernsehrollen. Der Rheinländer avanciert zum Publikumsliebling und tritt in den folgenden Jahrzehnten regelmäßig in Kino-Lustspielen, Fernsehfilmen, Serien und Unterhaltungsshows auf.

Besonders gern erinnert sich Hilbich an den "Blauen Bock" mit Gastgeber Heinz Schenk, dem er viel zu verdanken habe: "Schenk hat für mich 'Heut ist Karneval in Knieritz an der Knatter' geschrieben. Noch immer sprechen mich die Leute auf dieses Lied an. Das war ein echter Hit." Ende der 90er Jahre übernimmt Hilbich in der WDR-Serie "Die Anrheiner" als arbeitsloser Elektriker Jupp Adamski eine seiner bekanntesten Rollen. Bis 2010 spielt er das liebenswert-charmante Schlitzohr in über 500 Folgen. Seither ist es um den bodenständig und bescheiden gebliebenen TV-Star ruhiger geworden. Gemeinsam mit seiner Kollegin und Ehefrau Lotti Krekel genießt Ernst H. Hilbich den Ruhestand in seiner Wahlheimat Köln.

Stand: 16.03.2016

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Stand: 16.03.2016, 00:00