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Das Bild nach einer Lithografie von Currier und Ibes aus dem Jahr 1876 zeigt John Hancock, einer der Mitglieder des Kontinentalen Kongresses, nach der Unterzeichnung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1776 in Philadelphia.

4. Juli 1776 - Amerikanische Unabhängigkeiterklärung verabschiedet

Stand: 29.06.2021, 11:30 Uhr

Aus Protest gegen Abgaben an die britische Krone kippen Bostoner Bürger im Dezember 1773 kistenweise Tee in den Hafen. Die Boston Tea Party ist die Initialzündung für den Kampf der amerikanischen Kolonisten um Unabhängigkeit.

Aus dem Siebenjährigen Krieg gegen die konkurrierende Kolonialmacht Frankreich gehen die Briten zwar als Sieger hervor, aber die Staatskassen von König Georg III. sind leer. Der Haushalt soll durch Abgaben der Kolonien in Nordamerika saniert werden – mit Steuern auf Zucker, Tee und jeden offiziellen Stempel.

USA: Die Unabhängigkeitserklärung wird verabschiedet (am 04.07.1776)

WDR ZeitZeichen 04.07.2021 14:44 Min. Verfügbar bis 04.07.2099 WDR 5


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Das bringt die Kolonisten in Aufruhr. Haben sie doch in der "Neuen Welt" für den britischen König gekämpft, Freunde verloren und die Zerstörung ihrer Felder und Häuser miterlebt. "Und nun hatten sie Angst, dass die Briten ihnen ihren erworbenen Wohlstand wegnehmen, was auch tatsächlich Interesse der Engländer war", erklärt der Münchner Historiker Michael Hochgeschwender.

Boston Tea Party

Politiker und reiche Kaufleute heizen den Widerstand weiter an. Die Steuern seien illegal, da die Kolonien nicht im britischen Parlament vertreten seien. "No taxation without representation", lautet der Slogan der Aufrührer, "Keine Steuern ohne Mitbestimmung". Auf dem Höhepunkt der Proteste, der Bostoner Tea Party, entern etwa 80 Bostoner drei im Hafen ankernde Teeschiffe und vernichten die Ladung.

Als im Mutterland zudem noch die Sklaverei verboten wird, und Gebiete der Ureinwohner unter Schutz gestellt werden sollen, schließen sich auch die Plantagenbesitzer im Süden und Bodenspekulanten im Westen den Protesten an. Längst geht es nicht mehr nur darum, Abgeordnete ins britische Parlament zu schicken. Vielmehr wollen sich die Kolonien ganz von der Krone lossagen.

"Alle Menschen sind gleich geschaffen"

Am 4. Juli 1776 ist es soweit: Der zweite Kontinentalkongress, eine Versammlung von Vertretern der 13 Kolonien, unterzeichnet die Unabhängigkeitserklärung. "Alle Menschen sind gleich geschaffen", heißt es in den von Thomas Jefferson verfassten ersten Menschenrechten. Der Schöpfer habe die Menschen mit bestimmten unveräußerlichen Rechten ausgestattet, dazu zählten Leben, Freiheit und das Streben nach Glück.

Mit diesen Rechten begründen die nordamerikanischen Siedler, dass sie jetzt ihren eigenen Weg gehen – als freie Menschen. Doch so einfach lässt sich Georg III. seine Kolonien nicht nehmen. Es folgt ein jahrelanger und zermürbender Krieg. Erst 1783 erkennt das britische Königreich die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten an.

Nicht alle Menschen sind gleich

Bei der folgenden Umsetzung der Menschenrechte, zeigt sich, dass nicht alle Menschen gleich sind. Schwarze bleiben bei den Freiheitsrechten außen vor. Die Sklaverei wird erst 1865 endgültig abgeschafft. Danach verhindern perfide Gesetze weiterhin, dass sie ihr Wahlrecht in den Südstaaten auch ausüben können. Auch Frauen müssen für ihre Gleichbehandlung erst noch auf die Straße gehen, sie erstreiten sich 1920 das Wahlrecht.

Autor des Hörfunkbeitrags: Matthias Wurms
Redaktion: Ronald Feisel

Programmtipps:

"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 4. Juli 2021 an die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung. Das "ZeitZeichen" gibt es auch als Podcast.

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