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05.01.1534 - Wiedertäufer ziehen in Münster ein

Titelblatt einer Schrift zu den Wiedertäufern

ZeitZeichen

05.01.1534 - Wiedertäufer ziehen in Münster ein

Von Ralph Erdenberger

Das Ende ist heute noch sichtbar: Am Turm der Lamberti-Kirche in Münster hängen Käfige, in denen die toten Körper der sogenannten "Wiedertäufer" nach ihrer Hinrichtung zur Schau gestellt wurden.

Da hatten die religiösen Fundamentalisten aus den Niederlanden Kirchen und Klöster verwüstet, Bücher und Gemälde verbrannt, Altäre zertrümmert und Andersgläubige ermordet.

Münster hatten sie zum "Neuen Jerusalem" erklärt und einen von ihnen zum König gekrönt: Jan van Leiden. Der Schneider und Bordellbetreiber nannte sich "Johann, der Gerechte vom Stuhle Davids" und verwandelte Münster in einen stark befestigten Gottesstaat.

Zwei Jahre lang von 1534 bis 1536 regierte sein revolutionäres Regime die Hansestadt bis der katholische Bischof dem Spuk mit einem Söldnerheer ein Ende machte. Aber was stand am Anfang? Eine Mischung aus sozialer Ungerechtigkeit, apokalyptischer Prophezeiung und populistischer Verführbarkeit. 

Redaktion: Christoph Tiegel

Wiedertäufer ziehen in Münster ein (am 05.01.1534)

WDR ZeitZeichen 05.01.2019 14:00 Min. Verfügbar bis 02.01.2099 WDR 5

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Stand: 09.11.2018, 11:41