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Bindung und Freiheit – Erziehung neu denken

Bedürfnis- oder bindungsorientierte Erziehung war in den letzten Jahren ein Trend. Stars wie Angelina Jolie, Kourtney Kardashian und Gisele Bündchen sollen sie praktizieren. Häufig wird das Konzept aber missverstanden, berichtet Rike Ullrich.

Im Grunde geht es darum, die Signale des Kindes richtig zu verstehen und darauf zu reagieren. Wie das gelingen kann, erfahren Eltern in zahlreichen Erziehungsratgebern, auf Elternblogs und Instagram-Posts. Anfang der 2000er Jahre kam das "Attachment Parenting" aus den USA nach Deutschland. Daraus entwickelte sich das Konzept der bindungsorientierten Elternschaft. Ein häufiges Missverständnis ist, dass bedürfnisorientierte Erziehung bedeutet, jedem Wunsch des Kindes sofort nachzugeben. Eltern werden zu 'Dauer-Ja-Sagern' und geraten in Stress, wenn sie doch einmal Grenzen setzen.

Eltern denken oft, dass sie für eine gute Bindung jedes Bedürfnis erfüllen müssen. Ein Fehler, sagt die Autorin und Journalistin Nora Imlau: "Viele Eltern starten heute hochmotiviert und rauschen dann innerhalb von wenigen Jahren in eine massive Überforderung und chronische Erschöpfung rein, weil sie versuchen alles zu machen, damit ihr Kind nie unglücklich ist."

Sarah Küper aus Recklinghausen und ihr Mann erziehen ihre Kinder bedürfnisorientiert. Die Kinder sind im Alter zwischen 4 und 14. Sarah Küper ist von dem Konzept überzeugt: "Ich finde es wichtig, dass jedes Familienmitglied gesehen wird in seinen Bedürfnissen, dass wir uns ganz viel austauschen, was brauche ich, was wünsche ich mir von dir ... Ich gebe mit meinem Mann zusammen das Grundkonstrukt vor. Und innerhalb dieses Rahmens, können die Kinder frei auswählen."

Autorin: Rike Ullrich

Redaktion: Julian Troost und Jessica Eisermann

Bindung und Freiheit – Erziehung neu denken

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 21.05.2024 22:10 Min. Verfügbar bis 17.05.2025 WDR 5 Von Rike Ullrich


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