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Alexander Wiegand, Fluchthelfer

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Alexander Wiegand

Erlebte Geschichten (28.09.2021)

Alexander Wiegand, Fluchthelfer

Von Andrea Kath

"Die erste war die Freundin eines guten Freundes", erinnert sich Alexander Wiegand. Nach dem Bau der Mauer 1961 verhalf der gebürtige Solinger fast 130 Menschen zur Flucht aus der DDR und der CSSR.

Der 1941 geborene Wiegand war als Fernfahrer oft im sozialistischen Ostblock unterwegs, später als selbstständiger Spediteur. In seinen Lastern baute er Verstecke ein und schleuste Fluchtwillige über die Grenzen. Immer mit dem Risiko, eines Tages entdeckt zu werden. Geld, sagt Wiegand, habe er nie genommen. "Ich wollte diesen Menschen helfen".

Alexander Wiegands Geschichte ist auch die Geschichte der DDR und der Bundesrepublik im Kalten Krieg. Nach dem Bau der Mauer 1961 war es nahezu unmöglich, legal aus der damaligen DDR und anderen Ostblockstaaten auszureisen. Es blieb einzig die Republikflucht. Und die Hilfe durch Menschen wie Alexander Wiegand.

Bis 1972 ging alles gut. Dann wurde er an der deutsch-tschechischen Grenze erwischt bei dem Versuch, eine sudetendeutsche Familie aus der kommunistischen CSSR in die Bundesrepublik zu bringen.

Wiegand wurde wegen Menschenhandels zu 26 Jahren Haft verurteilt, wovon er sechs Jahre in der CSSR, zehn Jahre in der DDR und sechs Jahre in der Sowjetunion absitzen sollte.

1976 kam er durch Vermittlung des damaligen Bundesaußenministers Hans-Dietrich Genscher frei. Doch die Haft als politischer Gefangener hinterließ bei dem heute 80-jährigen seelische und körperliche Spuren.

Redaktion Gesa Rünker

Alexander Wiegand, Fluchthelfer

WDR 5 Erlebte Geschichten 28.09.2021 23:37 Min. Verfügbar bis 29.09.2099 WDR 5


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Stand: 16.08.2021, 12:03