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Erlebte Geschichten mit Rosemarie Fendel

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Portrait von Rosemarie Fendel

Erlebte Geschichten mit Rosemarie Fendel

Von Monoka Buschey

"Dann geh' ich doch gleich zu Gründgens!" - Für Rosemarie Fendel, das Flüchtlingskind aus Böhmen, war der Sprung auf die Theaterbühne gleich ein Riesensatz.

Als Anfängerin war sie Mitglied des Ensembles der Münchner Kammerspiele unter dem berühmten Intendanten Hans Schweikart. Und auch bei ihrer nächsten Station kam ihr außergewöhnliches Talent sofort zur Geltung. In nur 11 Monaten in Tübingen spielte sie 12 Rollen.

Die Leute gingen in den 50er Jahren ins Theater, um Rosemarie Fendel zu sehen. Schließlich warf der Intendant sie raus - im übertragenen Sinne, um ihre Karriere zu befördern, damit sie sich eine neue Herausforderung suchte. "Da habe ich gedacht, dann geh' ich doch gleich zu Gründgens!"

Vom Flüchtlingskind zur großen Schauspielerin

Was geschah. Rosemarie Fendel, bekannt geworden auch durch Rollen in über 100 Fernsehfilmen, darunter an der Seite von Eric Ode in "Der Kommissar", ist am 25. April 1927 in Metternich bei Koblenz geboren und in Böhmen aufgewachsen. Als Blumenmädchen in Giraudoux' "Irre von Chaillot" debütierte sie in München, ehe sie über Tübingen nach Düsseldorf zu Gustav Gründgens kam. Sie heiratete den Schauspieler-Kollegen Hans von Borsody und bekam die Tochter Susanne, heute eine sehr bekannte Schauspielerin.

Lebenslauf:

- Geboren am 25. April 1927 in Metternich bei Koblenz, als Tochter eines Studienrates. Die Mutter stammte aus Böhmen.

- Fendel besuchte das Gymnasium in Graslitz. Nach ihrem Abitur nahm sie privaten Schauspielunterricht bei Maria Koppenhöfer.

- 1946 debütierte Rosemarie Fendel an den Münchener Kammerspielen und war dort bis 1950 engagiert, danach folgten das Landestheater Tübingen bis 1953.

- 1953 folgte sie dem Ruf von Gustav Gründgens an das Düsseldorfer Schauspiel-Haus.

- 1957, nach der Geburt ihrer Tochter Susanne zog sie sich für mehrere Jahre ganz von der Bühne zurück. Sie arbeitete während dieser Zeit - hauptsächlich als Synchronsprecherin für Film und Fernsehen. Sie war die deutsche Stimme von Elisabeth Taylor, Jeanne Moreau, Brigitte Bardot oder auch Annie Girardot.

- Seit 1963 arbeitet sie auch für das Fernsehen und wurde auch in diesem Medium schnell einer der Publikumslieblinge.

- 1978 versuchte sie sich erstmals als Drehbuchautorin für eine Folge der TV-Serie "Der Alte", mit großem Erfolg. Und 1982 feierte sie einen weiteren Erfolg in der Rolle der Regisseurin für den Film "Der Heuler".

- Rosemarie Fendel ist eine der ganz großen Namen, sei es auf der Bühne, beim Film oder Fernsehen. Darüber hinaus gehört R.F. zu den beliebtesten Künstlerinnen, sei es seitens der Presse oder des Publikums.

- Zu den Auszeichnungen gehören u.a.: Bundesfilmpreis, Filmband in Gold, Goldene Kamera, Adolf-Grimme-Preis oder auch der Harlekin der Stadt Frankfurt, im Oktober 2003 erhielt sie den erstmals verliehenen Hessischen Fernsehpreis.

- Aus der Ehe mit dem Schauspieler Hans von Borsody (1955-1962) stammt Tochter Susanne, die eine sehr erfolgreiche Schauspielerin.



Redaktion:Mark vom Hofe

Erlebte Geschichten: Rosemarie Fendel (25.12.2003)