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Jean-Claude Séférian

Erlebte Geschichten (09.01.2024)

Vom Pianisten zum Sänger: Der Chanson-Interpret Jean-Claude Séférian

Stand: 15.12.2023, 16:54 Uhr

Aus dem Libanon flieht Jean-Claude Séférian vor Gewalt und Krieg, seit vielen Jahren lebt er in Deutschland und wird zum Interpreten französischer Chansons.

Von Andrea Lieblang

Jean-Claude Séférian, geboren 1956 im Libanon, wuchs behütet in Beirut auf. Er liebte die französischen Chansons, die seine Mutter sang, begleitet vom Vater mit der Mandoline.

Sehr spät, erst mit 14 Jahren, begann er mit dem Klavierspiel. Er übte so viel, dass er in nur vier Jahren die Appassionato von Beethoven spielte - ein Stück, für das andere zehn Jahre brauchen. Als 1975 im Libanon der Bürgerkrieg ausbrach, wurde für den 18-Jährigen das Klavierspiel Gegenpol zu Gewalt und Terror.

Doch an einem Abend war er zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort und erlebte ein Massaker. Traumatisiert kehrte er nach Hause zurück, war nicht mehr imstande zu spielen. Die Eltern schickten ihn zu Verwandten nach Paris. Dort bekam er ein Empfehlungsschreiben für das Konservatorium in Nizza. Doch gefördert wurde er dort nicht.

Als seine Eltern ebenfalls nach Paris flüchteten, traf er sie dort - und seine große Liebe. Nach nur zwei Monaten verließ er mit Christiane Rieger, seiner späteren Frau, Paris und zog in ihre Heimatstadt Münster. Dort machten beide ihr Klavier-Examen. Séférian entdeckte seine Begeisterung für französische Chansons neu. Er gab erste Konzerte in und um Münster.

Im Jahr 1989, zum 200-jährigen Jubiläum der Französischen Revolution, ging er zusammen mit seiner Frau erstmals auf Tournee. Inzwischen steht das Paar mit seiner jüngeren Tochter Marie auf vielen deutschen Bühnen - auch in der Elbphilharmonie Hamburg.

Redaktion: Gesa Rünker

Vom Pianisten zum Chanson-Interpreten: Jean-Claude Séférian

WDR 5 Erlebte Geschichten 09.01.2024 22:43 Min. Verfügbar bis 09.01.2099 WDR 5


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