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Erlebte Geschichten mit Eva de Vilar

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Bolivien, Sucre

Erlebte Geschichten mit Eva de Vilar

Von Judith Grümmer

Fluchtpunkt Sucre - Eva de Vilar hieß noch Kassewitz. Sie war neun Jahre alt, als sie mit ihren Eltern die "Patria" bestieg, das Schiff, das ausgerechnet auf den Namen "Vaterland“ hörte, mit dem sie Deutschland nach Bolivien verließ.

1930 in Pforzheim geboren, verlor ihr Vater 1933 aus "Rassegründen", wie sie sagte, seine Arbeit. In Leipzig an einer israelitischen Schule erhielt er eine neue Beschäftigung. Dort lebte die Familie, bis die Reichskristallnacht 1938 das endgültige Aus bedeutete.

Rettung in letzter Sekunde

Evas Vater wurde verhaftet und für fünf Wochen nach Buchenwald geschickt. Durch glückliche Umstände und über entfernte Familienbande ergab sich die Möglichkeit, nach Bolivien auszuwandern, wo die Familie in Sucre leben und der Vater in einer Möbel- und Zigarrenfabrik Arbeit finden sollte. Das Visum betrachtete die Familie trotz der ungewissen Zukunft als eine große Befreiung.

Redaktion: Mark vom Hofe

Erlebte Geschichten: Eva de Vilar (21.03.2010)

WDR 5 Erlebte Geschichten 23.06.2013 WDR 5