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Brückenbauerin zwischen den Kulturen - Saraswati Albano-Müller

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Abendstimmung, eine indische Frau hält ein Schälchen mit einer Flamme in der Hand

Brückenbauerin zwischen den Kulturen - Saraswati Albano-Müller

Von Wolfgang Steil

Saraswati Albano-Müller verkörpert den überspringenden Funken Lebensfreude. Wenn sie in ihr geräumiges Haus in der Innenstadt von Schwelm zu "philosophischen Gastmählern" einlädt, dann lebt und blüht sie noch mehr auf.

Brückenbauerin zwischen den Kulturen

Die in Benares in Indien geborene Frau, die seit über 30 Jahren in Deutschland lebt und mit einem Unternehmer verheiratet ist, will Menschen zusammenführen: Naturwissenschaftler und Philosophen mit Politikern, Wirtschaftsfachleuten, Kirchenvertretern - damit sie einander besser verstehen. Ihr Vater, ein Freund und Schüler Gandhis, hatte Saraswati zum Studium nach England geschickt. Die Tochter fand schnell ihre Rolle, indem sie stets für gegenseitiges Verständnis warb und eintrat. Auch heute sucht sie den Dialog vor allem mit Jugendlichen: Sie vermittelt ihnen Wissen über Indien und den Hinduismus, sie engagiert sich in vielen gemeinnützigen Organisationen, um - wie sie sagt - Brücken zu bauen. Brücken zwischen den Kulturen.

Lebenslauf

- Geb. in Benares als Tochter eines Mitarbeiters Gandhis.

- Studium der Kinder-Psychologie in London, Dozentin, Journalistin.

- Saraswati Albano-Müller gründete einen Kindergarten, das "Colloquium Feminarum", das "Jugendförderungswerk e.V." und die "Philosophischen Gastmahle".

- Sie arbeitet mit im Weltkongreß der Religionen für den Frieden und in der Weltethos-Initiative von Hans Küng. Ihre Vortragstätigkeit führt sie in Schulen, Kirchen, Bildungsstätten, Universitäten und zu zahlreichen Kongressen und Fortbildungsveranstaltungen verschiedenster Verbände, denen interkulturelle Begegnung ein Anliegen ist.

- Ob sie Angst vor der Wiedergeburt habe, wird Saraswati Albano-Müller gefragt, de ren Name an eine Göttin der Weisheit erinnert. Doch sie weist die Frage als "typisch westlich" ab und meint, sie hätte höchstens Angst vor einer Wiedergeburt als Kuh in Deutschland. Das soll die Atmosphäre entspannen und zugleich darauf einstellen, dass es ihr weniger aufs Lehren als aufs Sein ankommt. Auch hat Saraswati Albano-Müller damit gleich ein anderes "typisch westliches" Thema angesprochen. Heilige Kühe wolle man in Deutschland immer schlachten. Dabei könne man sich doch daran ein Beispiel nehmen, wie friedlich, nährend und zutraulich Kühe eigentlich sind.

- Der Karma-Gedanke, dass alles, was man tut, einem selber wieder begegnen wird, ist so sehr Teil ihrer indischen Kultur und ihres Lebens, dass sich nicht die Frage stellt, ob sie daran glaubt. Die Frage lautet vielmehr, wie man damit umgeht und heute aus sich und seinem Leben macht. Denn: "Was würde es auch ändern, wenn jemand, der heute ein Schwein ist, in einem nächsten Leben als Schwein wiedergeboren wird." Es kommt heute darauf an, kein Schwein zu sein.

- Auszeichnungen: Bundesverdienstkreuz 1997 für ihre Arbeit des Brückenbaus zwischen Menschen.

Redaktion:
Mark vom Hofe

Erlebte Geschichten: Saraswati Albano-Müller (30.11.2003)