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Das Beitragsbild des Dok5 "Auf Turnschuhen durch die Wüste" zeigt eine Gruppe Flüchtlinge im Schatten der amerikanischen Grenzmauer in der Region Tucson in 2023.

Flucht durch die Wüste – Überleben in einer Narco-Hochburg

Im Nordwesten von Mexiko, 100 Kilometer entfernt von der amerikanischen Grenze, liegt die Kleinstadt Altar. Die Gegend ist eine der gefährlichsten in Mexiko. Die mexikanische Mafia hat den Ort fest im Griff.

Von Ronja Mira Dittrich

"Weißt du, warum hier in Altar niemand Schweinefleisch isst? Weil die Narco-Bosse hier die Menschen, die sie verschwinden lassen wollen, an die Schweine verfüttern." Die Narcos schmuggeln Drogen - und Menschen. Für Migranten, die in die USA wollen, ist Altar oft der letzte Halt vor dem gefährlichen Marsch Richtung Grenze. Sie sind der Brutalität der Kartelle ausgeliefert - und der Wüste. Um sie zumindest etwas sicherer zu durchqueren, haben sich die Bewohner des Ortes etwas einfallen lassen: "Alparagatas", Schuhe mit Teppichsohlen, die im Sand keine Spuren hinterlassen.


Die Autorin Ronja Mira Dittrich macht sich auf die Suche nach den geheimen Nähstuben, in denen diese Schuhe gefertigt werden. In Altar trifft sie Miguel Fernandez de Castro, der sich als Künstler mit der allgegenwärtigen Gewalt ebenso wie mit der erhabenen Schönheit der Natur auseinandersetzt. Nur dank seiner Einladung kann die Autorin in dem Ort sein, ohne sich zu sehr in Gefahr zu bringen.


Das Dok5 mit dem Porträt einer Region, in dem sich einer der größten Flucht- und Migrationsbewegungen unserer Zeit mit voller Wucht kondensiert. Eine Region, in der eigene Regeln gelten, der Tod näher ist als an vielen Orten und sich Fragen menschlicher Existenz mit großer Dringlichkeit stellen.

Ausstrahlung am Montag, den 20. Mai 2024 um 13.04 Uhr
Wiederholung am Montag, den 20. Mai 2024 um 22.04 Uhr

Von: Ronja Mira Dittrich
Redaktion im WDR: Nikolaus Steiner
Produktion: BR 2023