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Ocarina – Gänschen klein

Yifan Zhang

Soundworld Tonspielzeug – 23.12.2014

Ocarina – Gänschen klein

Die Ocarina stammt aus Italien, aus Budrio, einem kleinen Dorf, zwanzig Kilometer von Bologna entfernt. Vor gut 150 Jahren erfand der Töpfer Giuseppe Donati eine bauchige, ellipsenförmige Flöte mit zehn Löchern und baute sie zunächst in fünf Größen, von Sopran bis Bass.

"Gänschen" - so wurde sie von ihrem Erfinder genannt, wegen der äußeren Ähnlichkeit mit einer "oca", einer Gans. Schon das erste Konzert mit dem neuen Instrument im Jahr 1863 in Budrio machte Furore, und als Giuseppe Donati mit seinem Quintett dann vor Giuseppe Verdi auftrat, erntete er in ganz Italien Beifall. Zehn Jahre später vergrößerte er das Ensemble auf sieben Musiker und ging auf Europatournee. Es gab eine regelrechte Okarina-Manie. Doch dann verkümmerte das Gänschen zum bloßen Kinderspielzeug - in Europa. Kein Grund zur Entmutigung für die Musiker aus Budrio, die die Tradition unverdrossen fortführen. Vor allem in Asien genießt die Ocarina ungeschmälertes Ansehen. Heute spielen in China eine Million Menschen Ocarina, dazu halb so viele in Japan, und in Korea gibt es sogar ein Ocarina-Universitätsstudium. Der "Gruppo Ocarinistico Budriese", ein siebenköpfiges Ensemble aus Giuseppe Donatis Heimat, feiert in ganz Asien Erfolge. Und seit einigen Jahren veranstaltet man in der Emilia Romagna auch ein großes Festival für die Ocarina mit Virtuosen aus der ganzen Welt.

Von  Marina Collaci

Redaktion: Werner Fuhr

Stand: 15.12.2014, 15:50