Purbayan Chatterjee live

Purbayan Chatterjee

In memoriam Ravi Shankar – 13.11.2013

Purbayan Chatterjee live

In unserem Bielefelder “Mittwochskonzert der Musikkulturen“ erweist einer der Großen aus der jungen Generation nordindischer Sitar-Spieler Ravi Shankar seine Reverenz, dem vor einem knappen Jahr, 92jährig, verstorbenen legendären Meister.

Ravi Shankar wurde im Sog des Weltruhms der Beatles, die bei ihm Inspiration und die Zusammenarbeit suchten, zum Pop-Guru und zur international bekanntesten Musikerpersönlichkeit Indiens.

Purbayan Chatterjee, selber noch keine vierzig, war als Kind Sitar-Schüler von Nikhil Banerjee, der 1986 im Alter von 54 Jahren plötzlich verstarb. Von ihm wurde seine kompromisslose Verortung in der bengalischen Tradition geprägt, von hier wirken auch immer noch persönliche Bande: sein Tabla-Begleiter Anubrata Chatterjee ist Sohn des legendären Pandit Anindo Chatterjee, der oft gemeinsam mit Nikhil Banerjee auf der Bühne saß.

Doch Purbayan Chatterjees Ohr und Blick richten sich auf mehr als Genealogien und Dynastien. Angesichts der Globalisierung auch musikalischer Traditionen und ihrer heutigen Wahrnehmung als "World Music" wagt der junge Sitar-Meister auch unkonventionelle Schritte, um - wie er selbst sagt - in Europa und Amerika auch ein junges, aufgeschlossenes, aber nicht unbedingt kennerhaftes und eingefleischtes Fan-Publikum für klassische indische Musik zu begeistern: er brachte z. B.  - was das traditionelle Konzept eigentlich nicht vorsieht – in seinem „Shastriya Project“ mehrere die Raga-Melodik gestaltende Instrumente gleichzeitig auf die Bühne, begleitet von sowohl nord- wie südindischen Trommeln und dazu von einem Drum Set.

In seinem Bielefelder Mittwochskonzert aber geht es ganz um die klassische Kunst der Raga-Darstellung. Und auch wenn man mit ihr noch nicht so vertraut ist, versteht man doch unmittelbar, was die indische Presse meint, wenn sie den  geistsprühenden Vortrag dieses Künstlers rühmt.  Es sei, als habe die Sitar beschlossen zu singen, statt instrumental zu tönen. Was Purbayan Chatterjee nicht hindert, zugleich eine atemberaubende Instrumentaltechnik zu entfalten: die Einheit aller Elemente ist es, die seine Interpretation zu einem künstlerischen Ereignis höheren Ranges macht.

„Mittwochskonzerte der Musikkulturen“ aus Bielefeld:

Live aus der Rudolf-Oetker-Halle mit

Anubrata Chatterjee

Anubrata Chatterjee

Purbayan Chatterjee – Sitar
Anubrata Chatterjee – Tablas

Mit  Babette Michel

Redaktion: Werner Fuhr

Stand: 15.11.2013, 15:05