Trauer und Motivsuche in Münster

Große Anteilnahme in Münster: Viele Bürger und hochrangige Politiker kamen einen Tag nach der Amokfahrt an den Tatort, um der Opfer zu gedenken.

Erste Blumen liegen an dem Brunnen des Kiepenkerls vor einem Restaurant in der Altstadt

Der Tatort in Münster - einen Tag nach der Amokfahrt in Münster, bei dem zwei unbeteiligte Menschen ums Leben kamen und 25 Menschen verletzt wurden. An dem eigentlich belebten Platz stehen nun Absperrgitter.

Der Tatort in Münster - einen Tag nach der Amokfahrt in Münster, bei dem zwei unbeteiligte Menschen ums Leben kamen und 25 Menschen verletzt wurden. An dem eigentlich belebten Platz stehen nun Absperrgitter.

Bürger hatten bereits am Sonntagmorgen (08.04.2018) Blumen abgelegt.

Viele Pressevertreter hatten sich ebenfalls in der Stadt eingefunden. Sie warteten vor allem auf den Besuch von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU).

Am Mittag legte Seehofer gemeinsam mit Innenminister Herbert Reul und Ministerpräsident Armin Laschet Blumen am Tatort ab. "Dieses feige und brutale Verbrechen hat uns alle sehr betroffen gemacht", sagte Seehofer.

Jetzt sei die Stunde der Ermittler, sagte Innenminister Herbert Reul an die wartenden Pressevertreter gewandt. Den Medien dankte der Innenminister dafür, dass sie in ihrer Berichterstattung nicht über den Täter und seine möglichen Motive spekuliert hätten. Sie hätten sich alle "sehr verantwortlich verhalten". Nun ginge es in erster Linie auch um die Betreuung der Opfer.

Der Vorfall zeige erneut, dass es leider keine absolute Sicherheit gebe. Es gebe im Moment starke Hinweise, dass es sich um einen Einzeltäter gehandelt habe und kein Bezug zur Terrorszene bestehe, sagte Seehofer. Es werde aber weiter in alle Richtungen ermittelt.

Nach den Motiven der Tat fragten nicht nur Ermittler und Politiker. Ein Besucher am Tatort hatte seine drängendste Frage auf einem großen Pappschild formuliert.

Die Leitende Oberstaatsanwältin von Münster, Elke Adomeit, sagte, dass der mutmaßliche Täter der Polizei bereits wegen kleinerer Delikte bekannt gewesen sei. Es habe drei Verfahren in Münster gegeben und eines in Arnsberg aus den Jahren 2015 und 2016 - sie seien alle eingestellt worden.

Stand: 08.04.2018, 16:49 Uhr