Nach bundesweitem Streik: Zustellung laut Post bis Dienstagabend

Stand: 23.01.2023, 11:09 Uhr

Nach dem bundesweiten Streik bei der Deutschen Post und DHL sollen die liegengebliebenen Briefe und Pakete bis spätestens Dienstagabend zugestellt werden. Das teilte das Unternehmen am Montag mit.

Wer am Samstag auf einen Brief oder ein DHL-Paket gewartet hat, muss sich möglicherweise noch bis Dienstagabend gedulden. Spätestens dann sollen die liegengebliebenen Briefe und Pakete zugestellt werden, teilte die Post am Montagmorgen mit. "Da solche Arbeitskampfmaßnahmen auch schon in früheren Jahren hin und wieder stattgefunden haben, gibt es eingespielte Prozesse, um dadurch aufgelaufene Rückstände so schnell wie möglich abzubauen", sagte ein Sprecher.

Die Gewerkschaft Verdi hatte erneut zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Diesmal streikten die Beschäftigten in der Paket- und Briefzustellung. In NRW wirkte sich der Warnstreik nach Angaben der Post unterschiedlich aus. Die Beteiligung in den einzelnen Regionen und Standorten war verschieden.

Nach aktuellem Stand sind wegen der Warnstreiks allein am Samstag bundesweit rund eine Million Paketsendungen und rund drei Millionen Briefsendungen liegen geblieben. Das entspricht etwa 15 Prozent der durchschnittlichen Tagesmenge bei Paketen und etwa sechs Prozent bei Briefen, sagte ein Unternehmenssprecher dem WDR. Insgesamt sollen laut Post rund 9.400 Beschäftigte dem Streikaufruf gefolgt sein - etwas mehr als ein Drittel der Beschäftigten, die an einem Samstag arbeiten.

Streiks seit Donnerstagnachmittag

Der erste Streikaufruf richtete sich am Donnerstagnachmittag an die Beschäftigten in den Brief- und Paketzentren. Dadurch wurden am Donnerstag und Freitag schon Millionen Sendungen nur mit Verspätung bearbeitet. In NRW hatten nach Gewerkschaftsangaben unter anderem Beschäftigte in Bonn, Krefeld, Düsseldorf, Duisburg, Dortmund, Essen, Herford, Köln, Münster und Siegen gestreikt. Bundesweit folgten nach Angaben der Post 16.700 Beschäftigte dem Streikaufruf. Die Deutsche Post und DHL betreiben in Deutschland 38 Paketzentren und 82 Briefzentren.

In der zweiten Verhandlungsrunde für die rund 160.000 Tarifbeschäftigten hatte es in Köln keine Fortschritte gegeben. "Die Arbeitgeber haben sich sehr deutlich geäußert, dass sie nicht bereit sind, den Reallohnverlust und die Inflation auszugleichen", sagte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis.

Verdi fordert 15 Prozent mehr Geld

Die Gewerkschaft verlangt 15 Prozent mehr Geld bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr. Für die folgenden Tage hat Verdi bereits weitere Ausstände angekündigt.

Das Unternehmen lehnt die Forderung der Gewerkschaft ab. Die Annahme, dass Lohnsteigerungen durch Preiserhöhungen weitergegeben werden könnten, sei falsch. Die Post verweist auf die Preisregulierung für das Brief- und Paketgeschäft in Deutschland.

Die Tarifverhandlungen gehen am 8. und 9. Februar weiter. Die Post hat angekündigt, dann ein Angebot vorlegen zu wollen.

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