Symbolbild: Ein Mensch schläft auf einer Wiese zwischen Bäumen

Umfrage: Deutsche sehnen sich nach Mittagsschlaf

Stand: 06.08.2022, 12:48 Uhr

In Südeuropa ist es Tradition: Während der heißesten Stunden des Tages machen viele Läden dicht und alle legen sich aufs Ohr. Nach einer aktuellen Umfrage gibt es auch in Deutschland viele Siesta-Fans.

Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland würde gern öfter einen Mittagsschlaf machen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervor. Auf die Frage "Würden Sie gerne (häufiger) einen Mittagsschlaf machen?" antworteten 18 Prozent "sehr gerne" und 37 Prozent "gerne". "Gar nicht" interessiert waren nur 15 Prozent, 26 Prozent "eher nicht".

Im Osten (60 Prozent) gibt es mehr Fans des Nickerchens am Mittag als im Westen (54 Prozent). Außerdem ist bei Frauen die Sehnsucht stärker ausgeprägt: Jede Fünfte wünscht sich ihn "sehr gerne" häufiger, bei Männern waren es nur 15 Prozent. Besonders interessiert ist demnach die Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen mit 22 Prozent.

Gute Tradition in Südeuropa

Eine echte Siesta-Kultur gibt es in Deutschland bisher nicht - ganz im Gegensatz zu den südeuropäischen Staaten: Dort machen vor allem im Sommer viele Geschäfte am Nachmittag für mehrere Stunden dicht - oft zwischen 14 und 18 Uhr, wenn die Temperaturen am höchsten sind. Als Ausgleich schließen die Läden erst in den Abendstunden.

Sommer im Büro

Jetzt mal kurz abschalten ...

Im gemäßigten deutschen Klima hatte sich eine solche Siesta-Kultur bisher nicht etabliert. Aber angesichts des Klimawandels könnte sich das ändern. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hatte erst vor einigen Wochen angesichts der Hitze mehr Schutz für die Beschäftigten auf Baustellen gefordert und eine verlängerte Mittagspause ins Spiel gebracht. "Wir sollten über eine deutlich längere Mittagspause nachdenken, in Spanien wird dies Siesta genannt", sagte Gewerkschaftsvorstand Carsten Burckhardt.

Die Arbeitgeberseite hatte die Forderung prompt zurückgewiesen: Es gebe bereits genug Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten vor Hitze, hieß es.

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