Hakle meldet Insolvenz an

02:55 Min. Verfügbar bis 07.09.2023

Düsseldorfer Toilettenpapierhersteller Hakle meldet Insolvenz an

Stand: 06.09.2022, 13:20 Uhr

Galt Toilettenpapier im Frühjahr 2020, zu Beginn der Pandemie, noch fast als Luxusartikel, hat jetzt einer der größten Hersteller Insolvenz angemeldet. Das Düsseldorfer Unternehmen Hakle will seine Geschäfte trotzdem weiterführen.

Stapel Toilettenpapier auf einem Klo

Auch für Hakle hat sich die Energiekrise in den letzten Monaten zu einem großen Problem entwickelt. Vor allem die gestiegenen Rohstoff-, Energie- und Transportkosten hätten zur Anmeldung der Insolvenz geführt, gab ein Unternehmenssprecher an. Die höheren Preise habe man nicht an die Kundinnen und Kunden weitergeben können.

"Die Papierhersteller brauchen generell viel Energie. Die Toilettenpapierhersteller noch mehr, weil es da einen besonderen Trocknungsprozess gibt. So hat uns das der Papierverband erklärt. Die hohen Preise bei der Energie und auch den Rohstoffen durch den Krieg in der Ukraine: Das konnte wohl nicht im vollen Umfang an die Lebensmittelkonzerne und Drogerien weitergegeben werden", erklärt Jessica Sturmberg von der WDR2-Wirtschaftsredaktion die finanziellen Probleme vom Düsseldorfer Traditionsunternehmen Hakle.

Der Geschäftsbetrieb soll weitergeführt werden

Das mittelständische Unternehmen hat laut Amtsgericht Düsseldorf ein Insolvenzverfahren in Eigenregie beantragt. Das bedeutet, dass es im operativen Geschäft weiter weitgehend eigenständig agieren kann. Während des Insolvenzverfahrens soll der Geschäftsbetrieb in vollem Umfang fortgeführt werden, sagte der Geschäftsführer Volker Jung. Es gehe um den Erhalt des Standortes und seiner 220 Arbeitsplätze. "Wir sind zuversichtlich, dass diese Neuaufstellung in dieser herausfordernden Lage einer als historisch zu bezeichnenden Energiekrise gelingt", hofft Jung.

Unterstützung durch Geschäftspartner signalisiert

Die Löhne und Gehälter der Belegschaft seien durch die Bundesagentur für Arbeit bis einschließlich November 2022 gesichert, so Jung. Wichtige Kunden und Partner des Unternehmens hätten bereits ihre Unterstützung signalisiert. Für Michael Beck vom Hakle-Betriebsrat ein positives Signal: "Wir hoffen, dass es jemanden gibt, der das Unternehmen kauft und mit uns gemeinsam nach vorne bringt." Obwohl die 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wussten, dass es dem Unternehmen schlecht geht, kam die Insolvenz doch überraschend, sagt Beck.

Im Geschäftsjahr 2020 hat die Hakle GmbH einen Umsatz von knapp 80 Millionen Euro und einen Jahresüberschuss von rund 650 000 Euro ausgewiesen.