Hans Ellegren, Eva Olsson und Thors Hans Hansson verkünden die Gewinner des Nobelpreises

Physik-Nobelpreis geht an drei Quantenforscher

Stand: 04.10.2022, 13:27 Uhr

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an drei Quantenforscher aus Frankreich, den USA und Österreich. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften mit.

In diesem Jahr werden drei Quantenforscher mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet: der Franzose Alain Aspect, der US-Amerikaner John F. Clauser und der Österreicher Anton Zeilinger. Das gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstagmittag in Stockholm bekannt. "Ich bin immer noch irgendwie geschockt", sagte der 77-jährige Zeilinger, als er am Dienstag telefonisch zur Preisbekanntgabe in Stockholm zugeschaltet wurde. Es handle sich aber definitiv um einen "positiven Schock".

Die Forscher hätten bahnbrechende Experimente mit verschränkten Quantenzuständen durchgeführt, bei denen sich zwei Teilchen wie eine Einheit verhalten, auch wenn sie getrennt sind, heißt es in der Begründung des Instituts. Die Ergebnisse hätten den Weg freigemacht für die Entwicklung von Quanten-Computern und -Netzwerken sowie für sichere verschlüsselte Kommunikation.

Zeilinger für Teleportation ausgezeichnet

Der Österreicher Zeilinger von der Uni Wien wird für seine Arbeiten zur Quanten-Teleportation ausgezeichnet. 1997 gelang ihm dieser verbindungslose Transport des Zustands eines Lichtteilchens, was ihn selbst "völlig verblüfft" habe, wie er einmal sagte. Diese Arbeit hat ihm in Anlehnung an das legendäre "Beamen" in der Science-Fiction-Serie "Star Trek" den Spitznamen "Mr. Beam" eingebracht. Mit dieser Form der Teleportation habe seine Arbeit jedoch nichts zu tun, sagte Zeilinger in einer Videopressekonferenz. 

Die bedeutendste Auszeichnung für Physiker ist in diesem Jahr mit insgesamt zehn Millionen Kronen (rund 920.000 Euro) dotiert. Seit der ersten Vergabe im Jahr 1901 haben bislang vier Forscherinnen und 214 Forscher den Physik-Nobelpreis erhalten - einer davon, der US-Amerikaner John Bardeen, sogar zweimal.

Am Montag war der Nobelpreis für Medizin und Physiologie dem in Leipzig arbeitenden schwedischen Forscher Svante Pääbo zugesprochen worden - für seine Erkenntnisse zur menschlichen Evolution. Er sequenzierte unter anderem als erster Wissenschaftler das Neandertaler-Genom.

Im vergangenen Jahr hatten die eine Hälfte des Physik-Nobelpreises der Hamburger Meteorologe Klaus Hasselmann und der in Japan geborenen US-Amerikaner Syukuro Manabe erhalten. Beide haben eine solide physikalische Grundlage für unser Wissen über den Klimawandel geschaffen. Die andere Hälfte ging an den Italiener Giorgio Parisi für seine Arbeit zum Verstehen komplexer Systeme.

Bekanntgabe des Chemie-Nobelpreises am Mittwoch

Am Mittwoch werden die Träger des Chemie-Nobelpreises verkündet. Am Donnerstag und Freitag folgen die Bekanntgabe für den Literatur- und den Friedens-Nobelpreis. Der Reigen endet am kommenden Montag mit dem von der schwedischen Reichsbank gestifteten Wirtschafts-Nobelpreis. Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

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