So kommen Gärten mit wenig Wasser aus

Stand: 11.08.2022, 15:32 Uhr

Schon wieder ist es seit Wochen zu trocken, auch in NRW. Hobby-Gärtner müssen umdenken. Hier kommen Tipps für einen Garten, der wenig Wasser braucht.

Wasser ist nicht nur teuer, sondern auch kostbar. Wegen der Dürren der vergangenen Jahre fragen sich deshalb viele Gärtner, wie man einen schönen Garten anlegen kann, der nur wenig Wasser braucht. Hier einige Ratschläge von Gärtnermeister Rüdiger Nitsch aus Krefeld.

Welche Pflanzen brauchen wenig Wasser?

Rhododendren und Hortensien sehen zwar toll aus, brauchen aber viel Wasser. Für einen Garten, der resistent gegen Trockenheit ist, sind sie also nichts, so Nitsch. Genauso wenig wie andere Pflanzen aus der Gruppe der Moorbeete - da steckt die benötigte Feuchtigkeit schon im Namen.

blühender Lavendel | Bildquelle: WDR/Höser

Der Experte empfiehlt stattdessen klassische Mittelmeerpflanzen, zum Beispiel Lavendel. Auch flach wachsende Pflanzen seien oft gut. Die Hauswurz zum Beispiel, auch Steinrose genannt, kommt mit ziemlich harten Bedingungen zurecht.

Artgerecht geschnittener Spierstrauch in Wasserfallform | Bildquelle: WDR/Sabine Krüger

Auch Dickpflanzgewächse wie Sedumpflanzen brauchen wenig Wasser. Sehr genügsam sind außerdem auch Spiersträucher, die oft auch in Parkanlagen zu sehen sind.

Was ist mit dem Rasen bei Trockenheit?

"Wenn er braun ist, ist er braun", sagt Experte Nitsch. Aus seiner Sicht reicht eine genügsame Bewässerung, der Rasen erhole sich normalerweise wieder.

Rüdiger Nitsch, Gärtnermeister aus Krefeld | Bildquelle: Rüdiger Nitsch

Wegen der zunehmenden Trockenheit könnte man laut Nitsch aber auch gleich trockenheitsresistente Gräser pflanzen: "Die muss man wenig mähen und wenig bewässern". Wer aber einen grünen Rasen wie auf dem Golfplatz wolle, brauche natürlich viel Wasser.

Was kann man beim Anlegen des Gartens noch beachten?

Der Naturschutzbund NABU zählt eine ganze Reihe von Maßnahmen auf, um Gärten dem trockenen Klima anzupassen. Gut sei es zum Beispiel, ihn leicht wellig zu gestalten. Hügel und Senken würden sowohl vor Überschwemmungen, als auch vor Austrocknung schützen.

Komposthaufen als Wasserspeicher | Bildquelle: dpa

Der NABU rät außerdem dazu, sich einen Komposthaufen anzulegen. Der selbst produzierte Humus speichert nämlich gut Wasser und kann es als Dünger langsam wieder an die Pflanzen abgeben.

Außerdem sollten Böden entsiegelt werden, damit Regenwasser auch zurück ins Grundwasser fließt.

Und wenn der Garten doch mal Wasser braucht?

Experten raten, das Regenwasser während feuchterer Wochen zu sammeln. Dazu gibt es laut NABU verschiedene Möglichkeiten. Beispielsweise könnten Gärtner das Wasser in einem Regenfass oder in einem unterirdischen Behälter speichern. Alternativ kann Regenwasser auch in einem Teich gesammelt werden.