DFL-Chef zur Fanrückkehr: "Die Angst darf nicht lähmen"

DFL-Chef zur Fanrückkehr: "Die Angst darf nicht lähmen"

Anders als in Leipzig dürfte in NRW der Start der Bundesliga vor nahezu leeren Rängen erfolgen. Das stellte das Gesundheitsministerium klar. Doch die Deutsche Fußball Liga erhöht den Druck auf die Politik.

Fußballfans hatten bereits Hoffnung geschöpft - nach den Nachrichten aus Leipzig: Dort hatte das Gesundheitsamt am Dienstag ein Konzept des Clubs RB Leipzig genehmigt, wonach der Bundesligist sein erstes Saison-Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 am 20. September vor bis zu 8.500 Zuschauern in der Leipziger Arena austragen darf.

Doch die Ansage aus dem NRW-Gesundheitsministerium tags darauf hatte solche Hoffnungen zunichte gemacht: In Nordrhein-Westfalen will man auf einen bundesweit einheitlichen Vorschlag warten, den eine eigens eingesetzte Arbeitsgruppe aus den Chefs der Staatskanzleien vorlegen soll. Das erklärte das Ministerium auf WDR-Anfrage am Mittwoch.

DFL-Chef: "Fan-Rückkehr kann auch ein positives Zeichen sein"

Doch der Druck auf die Politik wächst. Trotz des noch mindestens bis Ende Oktober geltenden Verbots für Sport-Großveranstaltungen warb Christian Seifert am Donnerstag nach der virtuellen DFL-Mitgliederversammlung der 36 Profiklubs erneut für eine Zulassung von Zuschauern. Die Frage, ob dies bei steigenden Corona-Infektionszahlen das richtige Zeichen wäre, sei zwar "absolut berechtigt und die muss auch gestellt werden", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga. Die Rückkehr von Fans könne aber auch ein ganz wichtiges und sehr positives Zeichen sein: "Ein Zeichen, dass sich tausende Menschen sehr wohl an Hygieneregeln halten wollen und halten können", sagte Seifert.

Sein Wunsch nach der Wiederzulassung von Zuschauern gelte auch für andere Sportligen. "Meine Kollegen im Eishockey, Basketball, Handball, Volleyball kämpfen in den nächsten Monaten um ihre blanke Existenz und viele Einzelsportarten auch", sagte der DFL-Chef. Auch viele Veranstalter und Beschäftigte im Kulturbetrieb "blicken derzeit in einen ziemlich tiefen und finsteren Abgrund", fügte der 51-Jährige hinzu.

Seifert: "Angst darf nicht lähmen"

Die Angst vor möglichen Folgen einer Zuschauer-Rückkehr dürfe die Entscheider nicht lähmen, mahnte Seifert. Mit den vielen Unsicherheiten müsse man "offensiv und bedacht umgehen". Er wünsche sich einen angstfreien Umgang mit der Corona-Pandemie.

Die ersten Bundesligaspiele in NRW sind für den 19. September angesetzt. Dass die bundesweite Arbeitsgruppe vorher eine Einigung erzielt, ist äußerst unwahrscheinlich. Zumal die Beteiligten bis Ende Oktober Zeit haben, ihre Vorschläge zu erarbeiten. Bis dahin sei die "für alle Sportveranstaltungen geltende Obergrenze von 300 Zuschauern" verbindlich, so das Ministerium. Darüber hinaus werde es in NRW vorerst keine weiteren Zuschauer bei Bundesligaspielen geben.

Auch MSV Duisburg hatte gehofft

Das Leipziger Konzept sieht strenge Hygieneregeln vor: unter anderem eine Maskenpflicht für die Zuschauer und strenge Abstandsregeln. So ist wird die Red Bull Arena mit 8.500 Zuschauern nur zu 20 Prozent gefüllt sein.

Beim Drittligisten MSV Duisburg, der für das DFB-Pokalspiel gegen Borussia Dortmund ein Konzept für 8.000 Zuschauer ausgearbeitet hatte, musste man am Donnerstag (03.09.20) erst einmal einen gehörigen Dämpfer hinnehmen. Dem MSV wurden für die Heimspiele lediglich 300 Zuschauer erlaubt. Das entspricht der NRW-Vorgabe von höchstens 300 erlaubten Zuschauern bei Großereignissen.

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"Die Stadt hat uns schriftlich informiert, dass Spiele mit dieser Zuschauerzahl stattfinden dürfen", erläuterte MSV-Geschäftsführer Peter Mohnhaupt. "Wir akzeptieren die Entscheidung der Stadt vor dem Hintergrund der Pandemie natürlich, wollen aber auch mit unseren Fans zeigen, dass das Konzept funktioniert. Wir werden weiter den intensiven Austausch mit den Behörden suchen."

Stand: 03.09.2020, 15:59