Bucht mit Sandstrand, Yachthafen, einer Klippe und einem Ort

Hondarribia, San Sebastian, Zumaia, Pasaia

Stand: 24.07.2022, 20:15 Uhr

Hondarribia ist ein hübsches Fischerdorf ganz im Osten des Baskenlandes, direkt an der französischen Grenze. Am anderen Ufer des Bidasoa liegt die französische Stadt Hendaye. Hier beginnt das französische Baskenland.

In Hondarribia fallen die typisch baskischen Fischerhäuser aus massivem Stein und Fachwerk auf. Die Balkone haben ganz unterschiedliche Farben – passend zu den Farben der Boote und angemalt mit dem Rest der Farbe. An der alten Stadtmauer wurden die ersten Szenen aus dem Film "Papillon" gedreht. Hondarribia gehört zu den Städten mit der längsten Fischereitradition im Golf von Biskaya. Und auch, wenn die goldenen Zeiten des Fischfangs vorbei sind, geht es geschäftig zu. Bis heute gibt es professionelle Netzflickerinnen, die bis zu 500 Quadratmeter große Netze reparieren.

Das mondäne San Sebastian

San Sebastian oder Donostia, wie es im Baskischen heißt, liegt am Golf von Biskaya und ist berühmt für seine muschelförmige Bucht: die Bahia de la Concha, oder auch einfach "Concha". Die Stadt hat rund 18.000 Einwohner und drei Stadtstrände. Am Westende der Concha liegt der Ondaretta Strand. Hier steht das berühmte Kunstwerk des baskischen Bildhauers Eduardo Chillida: die Skulptur "Peine del Viento" ("Kamm des Windes"). Dieser Ort ist einer der am häufigsten besuchten Plätze der Stadt – und besonders beliebt zum Sonnenuntergang.

Wegen seiner vielen Gebäude, die Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts in der Belle Époque errichtet wurden, wird San Sebastian auch als Klein Paris bezeichnet. Ein besonders schöner Jugendstilbau steht direkt am Strand und diente dem Adel als Umkleidekabinen. Der Königspalast von Miramar, 1888 in englischen Stil errichtet, diente Königin María Cristina als Sommerresidenz. In der Folge zog der Ort immer mehr Adelige und Künstler an – und hat sich bis heute sein leicht mondänes Flair erhalten.

San Sebastian ist ein Mekka für Feinschmecker und hat – im Verhältnis zur Größe – die weltweit größte Dichte an Michelin-Sternen. Über die Stadt verteilen sich fast 150 Pintxos Bars, in denen die unglaublichsten Kreationen angeboten werden.

Badegäste an breitem Sandstran, im Hintergrund Jugendstilgebäude und Stadthäuser

Am Strand von San Sebastian stehen die königlichen Umkleidekabinen der Belle Époque.

Geopark von Zumaia

30 Minuten von San Sebastian entfernt liegt der Geopark von Zumaia, die spektakulärste Landschaft des Baskenlandes: Die ungewöhnlichen Felsformationen ziehen sich über zehn Kilometer an der Küste entlang von Zumaia bis Deba. Die sogenannten Flysch-Sedimentfelsen sehen nicht nur beeindruckend aus, sie sind für Geologen aus aller Welt auch wie ein Buch der Erdgeschichte. Sie erzählen vom Aussterben der Dinosaurier, bedeutenden Klimaphänomenen und anderen einschneidenden Ereignissen über den Zeitraum von 60 Millionen Jahren. Der Park ist Teil des Europäischen Geopark-Netzwerks und des Globalen Geopark-Netzwerks der UNESCO.

Ebene mit aufgeschichteten Gesteinen, im Hintergrund steil abfallende Küste

Die sogenannten Flysch-Sedimentfelsen im Geopark von Zumaia erzählen von 60 Millionen Jahren Erdgeschichte.

Pasaia und der Walfang

Der Fisch- und Walfang hat im Baskenland eine jahrhundertelange Tradition. Im 16. Jahrhundert war Pasaia der wichtigste Walfanghafen in Europa. Seit 2013 wird hier im Werftmuseum Albaola an einer Nachbildung des Walfängerschiffes Nao San Juan gebaut. Ende 2022 soll es voraussichtlich fertig sein: 28 Meter lang, 7,5 Meter breit, mit drei Decks und einem Kiel aus Buchenholz von fast 15 Meter Länge. Der baskische Walfänger wurde im Hafen von Pasaia gebaut und sank 1565 auf dem Weg nach Neufundland. Das Besondere an dem Projekt: Seilmacher, Schreiner und Schmiede arbeiten mit den gleichen Verfahren und den gleichen Materialien wie beim Original. Unter den Augen der Besucher helfen Freiwillige aus aller Welt, das maritime Erbe der baskischen Schifffahrt lebendig zu halten.

Mehrere Handwerker in großer Werkstatt bei Holzarbeiten werden von einem Dutzend Zuschauern beobachtet

Im Werftmuseum Albaola in Pasaia sehen Besucher zu, wie Freiwillige aus aller Welt einen Walfänger aus dem 16. Jahrhundert nachbauen.

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Vis-à-Vis Reiseführer Nordspanien
Dorling Kindersley Reiseführer, 5. akt. Aufl. 2021
ISBN ‎978-3734202810
Preis: 22,95 Euro

Andreas Drouve
Baskenland. Bilbao
MairDumont, 6. Aufl. 2019
ISBN ‎978-3829727136
Preis: 12,99 Euro

Franz Halbartschlager, Gerhard Ruß
Baskenland. Euskadi, Navarra und Französisches Baskenland. Wanderführer mit 50 Touren
Rother Bergverlag, 2. akt. Aufl. 2022
ISBN ‎978-3763345137
Preis: 16,90 Euro

Hans-Jürgen Fründt
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