Verschiedene Tomatensorten

Tomaten pflanzen

Stand: 09.05.2022, 06:00 Uhr

Was für eine Freude, seine eigenen Tomaten zu ernten! Garten-Expertin Anja Klein stellt unterschiedliche Tomaten-Sorten vor und zeigt, worauf es beim Pflanzen ankommt. Außerdem erklärt sie, wie man mit einer Veredelung seine ganz eigene Sorte kreieren kann.

Pflanzen an das Licht gewöhnen

Bevor im Haus vorgezogene Tomaten ins Beet dürfen, müssen sie an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnt werden. Das Licht ist draußen sehr viel stärker als in der Wohnung.

Junge Gemüsepflanzen

Die Pflanzen müssen langsam an die Lichtverhältnisse gewöhnt werden.

Die ersten Tage sollten sie deshalb einen schattigen Platz bekommen und nach und nach an das Sonnenlicht gewöhnt werden. Nach etwa einer Woche sollten sich die Tomaten an die Lichtverhältnisse im Freien gewöhnt haben. Bei Tomatenpflanzen, die man vorgezogen in der Gärtnerei kauft, ist das meistens nicht nötig.

Tomaten pflanzen

Hier und heute 09.05.2022 13:18 Min. Verfügbar bis 09.05.2023 WDR

Pflanzen tief einsetzen

Pflanzen Sie Ihre jungen Tomatenpflanzen tiefer ein als sie im Anzuchttopf stehen. Tomaten sollten bis zum Keimblatt in der Erde versenkt werden. So kann die Tomate im Topf sicher stehen und mehr Wurzeln bilden.

Tipp

Wenn Ihre Tomatenpflanzen bereits Blüten bilden, brechen Sie die Königsblüte raus. So bekommen Sie später mehr Ertrag. Die Königsblüte erkennt man an der Form. Sie ist viel dicker als normale Blüten.

Düngen

Eine Schale Dünger und Erde.

Der Dünger sollte mit der Erde gut vermischt sein.

Tomaten sind hungrig, geben Sie deshalb eine Portion organischen Bio-Dünger mit ins Pflanzloch. Aber vermischen Sie ihn gut mit der Erde, damit die Wurzeln nicht direkt mit dem Dünger in Kontakt kommen.

Pflanzstab

Beim Pflanzen sollten Sie direkt einen Pflanzstab dazu geben. Es eignen sich spiralförmige Pflanzstäbe, man kann aber auch einen Bambusstab verwenden und die Tomate in der Wachstumsphase immer wieder daran anbinden.

Regenschutz für die Pflanzen

Tomaten brauchen ein Dach über dem Kopf. Bekommen sie zu viel Wasser von oben, werden sie leicht von der Braunfäule befallen. Der Pilz greift an, wenn die Blätter über einen längeren Zeitraum nass sind. Aus diesem Grund sollte auch nur am Fuß und nicht über die Blätter gegossen werden.

Tomaten - 12 Fakten für Besser-Wisser

Die Deutschen lieben Tomaten: Kein anderes Gemüse kommt so oft und in so vielen Varianten bei uns auf den Tisch. Dabei begann die innige Beziehung mit einem ganz großen Missverständnis. Einer von 12 Fakten rund um die Tomate!

Die Herkunft

Afrika, Amerika, Asien: Tomaten werden auf der ganzen Welt produziert. Unangefochten an der Spitze: China. 62 Millionen Tonnen wurden dort 2018 angebaut. Die gesamte EU kam gerade mal auf ein gutes Drittel, nämlich 23 Millionen Tonnen - und Deutschland auf 103.000 Tonnen. Nicht genug für den deutschen Tomaten-Hunger: 27 Kilo pro Kopf und Jahr kamen hier auf den Tisch. Mit der hiesigen Produktion könnten nur knapp 4 Millionen Verbraucher versorgt werden.

Der Ursprung

Die Tomate stammt ursprünglich aus Mittelamerika. Die Maya und Azteken nannten sie "Xictomatl", was "Schwellfrucht" heißt. Rein äußerlich hatten die ersten Tomaten, die mit Christoph Kolumbus nach Europa kamen, wenig mit unseren Supermarkt-Tomaten zu tun. Sie waren klein und hatten eine gelbe Schale - daran erinnert die italienische Bezeichnung "pomodoro" (Goldapfel).

Botanik

Obst? Gemüse? Fruchtgemüse! Wer es ganz genau wissen will: Die Tomate ist ein Mittelding, weil sie jedes Jahr neu gepflanzt werden muss - wie Gemüse. Aber ihre Frucht entsteht aus der Blüte - wie bei Obst. Auch Paprika, Zucchini und Melonen sind Fruchtgemüse. Außerdem ist sie ein Nachtschattengewächs: Sie enthält wie die Kartoffel giftige Stoffe.

Wer war Margherita?

So vielfältig die Frucht, so zahlreich die Mythen: Die Pizza Margherita mit ihren rot-weiß-grünen Zutaten zum Beispiel wurde wohl nicht zu Ehren der italienischen Königin und der Einigung Italiens kreiert. Eine solche Pizza haben die Napolitaner schon lange vorher gegessen und mit weißer Mozarella und grünen Basilikum in Blumenform belegt - eben wie bei einer Margerite.

"Bloody Mary"

Woher die "Bloody Mary" ihren Namen hat, ist auch umstritten. Stand die englische Königin Mary Tudor Pate, die die Protestanten blutig verfolgen ließ? Oder war es eine Bar-Besucherin namens Mary, die sich selbst verfluchte, weil sie den roten Drink auf ihr Kleid kippte? Fest steht: Der Drink aus Tomatensaft, Gin und Würzmitteln wurde in den wilden Zwanzigern erfunden - und soll ein Anti-Kater-Wundermittel sein.

Einzelkämpferin

Diese Tomatenpflanze hat sich vor ein paar Jahren am Bonner Rheinufer angesiedelt, als der Flusspegel extrem niedrig war. Weiter südlich, in Bad Hönningen, gab es sogar eine Tomaten-Kolonie. Wie die Ernte ausfiel, ist nicht überliefert.

Mückenschutz

Tomatenpflanzen riechen so intensiv, dass die nervigen Tierchen einen großen Bogen um sie machen. Ein paar Pflanzen im Blumenkasten oder auf der Terrasse sind eine gute Alternative zur Spraydose.

Tomaten-Schlachten

Manchmal landen die Tomaten nicht auf dem Teller, sondern im Gesicht. Tomaten-Schlachten haben Tradition - in Spanien bei der "Tomatina"...

.... und in Indonesien wie hier in Lembang. Da werden aber nur faule Tomaten geworfen - und später als Kompost weiterverwendet.

Treulos und blind dazu

Wer seine Freunde versetzt, ist eine "treulose Tomate". Und ein Schussel, der den Autoschlüssel nicht findet, obwohl er ganz offensichtlich auf dem Schrank liegt, hat "Tomaten auf den Augen". Es gibt mehrere Theorien, wie die Redewendungen entstanden sind. Bei der "treulosen Tomate" spielte wohl eine Rolle, dass der Anbau früher oft schief ging. Außerdem sollen die Deutschen im Ersten Weltkrieg die Italiener "Tomate" genannt haben. Und als die ihre Neutralität aufgaben, waren sie "treulos" geworden. Zu den "Tomaten auf den Augen" - das könnte eine Anspielung auf die roten, geschwollenen Augen eines sehr müden Menschen sein. Aber vielleicht geht der Ausdruck auch auf eine alte Bestrafung in Spanien zurück. Da galten die roten Früchte als "Frucht der Sünde" - und wer das Gesetz oder die Ehe gebrochen hatte, musste mit vor den Augen verbundenen Tomaten herumlaufen.

Tomaten veredeln

Beim Veredeln vereint man die jeweils besten Eigenschaften seiner liebsten Tomatensorten. Dazu nimmt man die kräftige Tomate als sogenannte Unterlage und pfropft das leckere Sensibelchen obendrauf. Es gibt veredelte Pflanzen zu kaufen. Die sind aber nicht günstig. Deshalb lohnt es sich, das Veredeln selbst zu versuchen.

So geht`s

Tomatenpflanzen

Die Stängel beider Sorten sollten bei der Veredelung gleich dick sein.

Als Unterlage nimmt man robuste Sorten. Es eignen sich Züchtungen wie Vigomax, Spirit oder Estamino. Man kann die Samen dafür kaufen, ein Veredelungsset gibt es bei manchen Anbietern direkt dazu. Die Unterlage wird zehn Tage vor der edlen Sorte ausgesät. Die Stängel der beiden Pflanzen müssen zum Zeitpunkt der Veredelung gleich dick sein.

Garten-Expertin Anja Klein schneidet eine Tomatenpflanze an.

Die Pflanzen muss unterhalb der Keimblätter angeschnitten werden.

Wenn die Pflanzen etwa 10 Zentimeter hoch sind, kann man sie gut veredeln.

Man nimmt die Unterlage, das Messer oder eine Schere und schneidet den Stängel unterhalb der Keimblätter möglichst gerade ab. Es ist wichtig unterhalb der Keimblätter zu schneiden, da in den Blattachseln Keimknospen stecken, die wieder austreiben könnten. Das sollte verhindert werden.

Die gewählte Edelsorte wird knapp oberhalb der Keimblätter abgeschnitten. Auch möglichst gerade. Es ist wichtig, dass die beiden Schnittflächen möglichst guten Kontakt bekommen.

Tomatenpflanzen werden mit einem Clip veredelt.

Durch den Clip werden die Pflanzenteile zusammengehalten.

Dann nimmt man einen Veredelungs-Clip und fügt die beiden Pflanzen damit zusammen. Das wird anschließend mit einem Stab gestützt. In den ersten Tagen stellen Sie die Pflanze am besten in ein kleines Gewächshäuschen. Hohe Luftfeuchtigkeit hilft der Tomate dabei zusammenzuwachsen. Nach etwa einer Woche ist der Veredelungsprozess abgeschlossen und Sie können die Tomate normal weiter kultivieren.