Nach dem Kirchentag: Stadt, Polizei und Rettungskräfte ziehen positive Bilanz

Eine gefüllte Tribüne und bunte Luftballons

Nach dem Kirchentag: Stadt, Polizei und Rettungskräfte ziehen positive Bilanz

  • Keine nennenswerten Zwischenfälle
  • 121.000 Kirchentagsteilnehmer insgesamt
  • Staffelübergabe an Ökumenischen Kirchentag

Stadt, Polizei und Rettungskräfte ziehen nach dem Kirchentag in Dortmund eine positive Bilanz. Es habe keine nennenswerten Zwischenfälle gegeben. 121.000 Menschen waren seit Mittwoch (19.06.2019) zu Gast in Dortmund, rund 80.000 Dauerteilnehmer und 41.000 Tagesgäste. Das gaben die Veranstalter am Samstagnachmittag (22.06.2019) bekannt. Ursprünglich hatten sie mit 118.000 Teilnehmern gerechnet.

Der Kirchentags-Präsident Hans Leyendecker betonte: Zahlen sagten nichts über Erfolg und Misserfolg eines Kirchentages aus. Inhaltlich sei es ein signalstarker und politischer Kirchentag gewesen, meint Leyendecker.

Er hätte sich jedoch mehr Kontroverse gewünscht: "Der Kirchentag (...) braucht auch harte Debatten. Es muss sichtbar sein, wo die Unterscheide liegen, ohne dass man sich wie bei früheren Kirchentagen gegenseitig anfeindet", so Leyendecker.

Menschenkette für den Frieden

Am Samstag setzten die Kirchentagsbesucher ein Zeichen für Frieden. Sie bildeten eine Menschenkette von den Westfalenhallen bis in die Dortmunder Innenstadt.

Zwei Menschen halten sich an den Händen und laufen über die Straße

Zahlreiche Kirchentagsbesucher haben sich am Samstag in einer Menschenkette zusammengeschlossen. Mit Fahnen und Plakaten zogen sie durch die Dortmunder Straßen.

Zahlreiche Kirchentagsbesucher haben sich am Samstag in einer Menschenkette zusammengeschlossen. Mit Fahnen und Plakaten zogen sie durch die Dortmunder Straßen.

Der Stadtgarten in der Dortmunder City war einer der Startpunkte der Menschenkette. Von dort ging es bis zu den drei Kilometer entfernten Westfalenhallen.

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Dienst für den Frieden wollte mit der Menschenkette ein Zeichen für Frieden und gegen Atomwaffen und Rüstungsexporte setzen.

Mit der Aktion sollte auch auf den Klimawandel aufmerksam gemacht werden. Die Teilnehmer der Menschenkette hatten Schilder mit unterschiedlichen Forderungen dabei.

Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm, reihte sich in die Menschenkette ein. Er unterstützte den Aufruf gegen Krieg und Gewalt.

Die Aktion der Friedensaktivisten war ein voller Erfolg: Am Ende kam die Menschenkette auf drei Kilometer Länge.

Die Generalsekretärin des Kirchentages, Julia Helmke, regte weniger Konsens und mehr Dialog bei der Besetzung von Podien bei den nächsten Veranstaltungen an.

Die Präses der gastgebenden westfälischen Landeskirche, Annette Kurschus, verteidigte aber noch einmal den Ausschluss der AfD vom Kirchentag. "Das war genau die richtige Entscheidung", sagte sie.

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) bilanzierte : "Die AfD hätte sich hier überhaupt nicht wohlgefühlt." Er sei froh, dass viele Besucher ein neues Bild von Dortmund mitnehmen würden: "Das hatten wir uns ja genauso vom Kirchentag erhofft, dass die Menschen Dortmund als modern, grün und offen entdecken".

Kritik an Dortmunder Nahverkehr

Lange Wartezeiten an den U-Bahnhöfen, etwa an der Westfalenhalle, bedauerte Sierau. Er würde eine einheitliche ÖPNV-Politk in der Region begrüßen, um den Nahverkehr zu stärken.

Ullrich Sierau verteidigte auch noch einmal den Beschluss des Rates, den Kirchentag mit 2,7 Millionen Euro und kostenlosen Unterkünften zu unterstützen: "Man kann Geld irgendwie in Werbekampagnen stecken oder man kann Kirchentag machen und insofern haben wir glaube ich hier sogar ein sehr gutes Kosten-Nutzenverhältnis erzielt, wenn ich sehe, was für eine positive Resonanz wir hier insgesamt bekommen haben."

Der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag endete am Sonntag (23.06.2019) mit einem zentralen Abschlussgottesdienst im Westfalenstadion. Ein familienfreundlicher Gottesdienst fand vor der Seebühne im Westfalenpark statt.

Nacht der Lichter im Westfalenpark

Für viele Kirchentagsbesucher gehört die Nacht der Lichter zu den Höhepunkten. Bei Kerzenschein wurde am Freitag (21.06.2019) im Dortmunder Westfalenpark gesungen und gebetet.

Menschen beten und singen vor der Seebühne im Westfalenpark. Im Hintergrund steht der Florianturm.

Hunderte waren zur Nacht der Lichter an die Seebühne im Westfalenpark gekommen. Der Florianturm wachte im Hintergrund über die Besucherinnen und Besucher.

Hunderte waren zur Nacht der Lichter an die Seebühne im Westfalenpark gekommen. Der Florianturm wachte im Hintergrund über die Besucherinnen und Besucher.

Die Nacht der Lichter gehört für viele zu den Höhepunkten.

Es wurde zusammen gesungen...

...und auch Lesungen und Fürbitten prägten das gemeinsame Gebet.

Leuchtende Kerzen gehören zum Gebet dazu.

Die Menschen im Westfalenpark geben sich gegenseitig das Licht weiter...

...so verbindet der Kirchentag Jung und Alt.

Schutz vor Wind boten die Hände der Kirchentagsbesucher.

Gemütliche Stimmung beim Gebet im Westfalenpark

Trotz der vielen Menschen war die Atmosphöre ruhig und besinnlich...

...und es gab sogar Momente der Stille.

Die Organisatoren des diesjährigen evangelischen Kirchentages in Dortmund übergaben den Staffelstab an die Veranstalter des Ökumenischen Kirchentag 2021. In zwei Jahren wird es in Frankfurt am Main stattfinden.

Dieses Element beinhaltet Daten von Facebook. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Mahnung gegen das Sterben im Mittelmeer

WDR 5 Diesseits von Eden 23.06.2019 04:51 Min. WDR 5 Von Udo Feist

Download

Stand: 24.06.2019, 07:26