13. Januar 1929 - Todestag von Wyatt Earp

Wyatt Earp

Stichtag

13. Januar 1929 - Todestag von Wyatt Earp

In der Welt der Hollywood-Filme war Wyatt Earp ein Mann ohne Furcht. Ein selbstloser Held, inmitten schießwütiger Cowboys und skrupelloser Banditen. In Wirklichkeit soll Wyatt Earp allerdings selbst nicht mehr als ein Bandit gewesen sein. "Er liebte den Saloon und das Glücksspiel. Er liebte diese ganze Atmosphäre bis an sein Lebensende. Während seiner gesamten Karriere bewegte er sich an der Grenze zur Unterwelt", sagt William B. Shillingberg, Autor einiger Büchern über die Minen- und Rinderhandelsstädte des Wilden Westens.

Überleben im Wilden Westen

Als dritter von fünf Brüdern wird Wyatt Earp 1848 in Monmouth, Illinois, geboren. Mit 17 Jahren verlässt er die Familie, arbeitet bei den Eisenbahnbautrupps, die den Wilden Westen erschließen, zwischendurch in Kalifornien als Postkutschenfahrer oder in Wyoming als Büffeljäger. "Hölle auf Rädern. So hießen die Siedlungen an den Bauplätzen der Union Pacific Railroad. Hier lebten Spieler, Kneipenbesitzer, Prostituierte und alle möglichen Aasgeier auf Kosten der Eisenbahnarbeiter. Es war ein raues und schwieriges Milieu", erklärt der Historiker Gary L. Roberts. Mit 22 Jahren scheint Ruhe in Wyatts Leben zu kehren: Er hat eine respektable Arbeit und heiratet.

Doch noch im gleichen Jahr stirbt seine Ehefrau an Typhus. Ihr Tod wirft ihn völlig aus der Bahn. Er beginnt zu spielen, wird mehrere Male festgenommen.

Wyatt Earp entzieht sich einer Strafe, indem er Illinois und Missouri verlässt. Mit zwei Brüdern taucht er 1874 in Wichita, Kansas, auf. Während die beiden ein Bordell betreiben, lebt Wyatt vom Glücksspiel und von Gelegenheitsarbeiten. Bald ziehen die drei nach Tombstone, Arizona, weiter, wo Silber gefunden wurde. Ein Einwohner erinnert sich an die Erzählungen seines Vaters über die Earps. "Sie waren Erpresser, ungefähr so, wie heute die Mafia. Sie waren am Glücksspiel, an der Prostitution und an all diesen Dingen beteiligt."

Wilde Schießerei am O.K. Corral

Nebulös sind die Umstände, die zur einer der berühmtesten Schießereien im Wilden Westen führten, dem Gunfight am O.K. Corral. Wyatt, Morgan und Virgil Earp treten mit dem tuberkulosekranken Zocker Doc Holliday gegen die verfeindeten Cowboyclans der Clantons und McLaurys an.

30 Sekunden dauert der Showdown. Drei der Earp-Gegner sterben, Morgan, Virgil und Doc werden verletzt. Trotz einiger Bedenken werden die Earps undDoc Holliday freigesprochen. Der Clanton-Clan schwört Rache: Virgil wird von Heckenschützen schwer verletzt und Morgan ermordet. Gnadenlos startet Wyatt Earp seine Vendetta, erschießt drei Menschen und wird steckbrieflich gesucht. Er verlässt Arizona, eröffnet einen Saloon in Idaho, wird beim Goldrausch in Alaska gesichtet, wettet auf Pferde in San Francisco und zieht nach Los Angeles. Ein halbes Jahr vor seinem Tod lernt er Stuart N. Lake kennen und erzählt ihm in geschönter Manier die Geschichte seines Lebens. Das Buch erscheint unter dem Titel Wyatt Earp: Frontier Marshal und begründete Wyatts Legende. Es erscheint zwei Jahre nach Wyatts Tod am 13. Januar 1929. Er wurde 80 Jahre alt.

Stand: 13.01.2014

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