22. November 1963 - US-Präsident John F. Kennedy wird ermordet

Ermordung von John F. Kennedy in Dallas

Stichtag

22. November 1963 - US-Präsident John F. Kennedy wird ermordet

Freitag, 22. November 1963, Dallas im US-Bundesstaat Texas: Um 11.40 Uhr landen US-Präsident John F. Kennedy und seine Frau Jacqueline auf dem Flughafen "Love Field". Ihr Besuch soll der Höhepunkt einer Wahlkampftour werden. Kennedy wirbt für seine zweite Amtszeit. Gegen zwölf Uhr startet das Paar in einem offenen Ford Lincoln zu einer Fahrt durch die Stadt. Jubelnde Menschen säumen die Straße. Als der Wagen in die Elm Street einbiegt, wird aus dem fünften Stock eines Schulbuchlagers ein Gewehrlauf auf den Präsidenten gerichtet. Um 12.30 Uhr durchschlägt die erste Kugel Kennedys Hals und trifft den texanischen Gouverneur John Connally auf dem Vordersitz.

Der nächste Schuss trifft Kennedy in den Hinterkopf. Jackies Bodyguard Clint Hill springt schützend auf das Auto: "Ein Stück seines Hirns war auf dem rechten, hinteren Teil des Wagens geflogen. Jackie kletterte auf das Heck, um es aufzufangen." Hill zieht sie zurück auf den Sitz: "In dem Moment fiel der Körper des Präsidenten in ihren Schoss." Die Autokolonne rast zum nächsten Krankenhaus. Dort wird Kennedy um 13 Uhr für tot erklärt.

Hoffnungsträger sorgt für Aufbruchstimmung

Zu diesem Zeitpunkt ist es gut tausend Tage her, seit der Sohn irischer Einwanderer als erster Katholik in das Weiße Haus in Washington eingezogen ist. Mit 43 Jahren ist John F. Kennedy damals der jüngste Präsident der USA. Auf diese Karriere wird er schon als Kind vorbereitet. Für den reichen und machtbewussten Kennedy-Clan gilt: Schon als Zweiter ist man ein Verlierer. JFK soll der Beste sein. Mit 29 Jahren schafft es der Harvard-Absolvent ins Repräsentantenhaus von Boston. Dann als Senator nach Washington. 1961 löst er als Präsident die Veteranen des Zweiten Weltkriegs ab: Die Zeit von Franklin D. Roosevelt, Harry S. Truman und Dwight D. Eisenhower ist vorbei.

Kennedy sorgt in der Hochphase des Kalten Krieges für Aufbruchstimmung. In einer Friedensrede drängt er 1963 darauf, den Blick auf die Sowjetunion zu verändern, um einen Nuklearkrieg zu verhindern. "Er hatte vier große Ziele: eine Steuersenkung, eine Gesundheitsversicherung für Rentner, Bildungsförderung und Bürgerrechte", sagt Historiker und Kennedy-Biograph Robert Dallek. "Nichts von dem wurde während seiner Präsidentschaft umgesetzt." Dennoch wird der junge Hoffnungsträger zum Star: Er ist charmant, intelligent, attraktiv. Dass er an Rücken-, Darm- und Nierenproblemen leidet, wird verschwiegen. Seine zahlreichen Affären, unter anderem mit Marilyn Monroe, werden ausgeblendet.

Mord am mutmaßlichen Mörder

Nach Kennedys Tod verhört die Polizei den mutmaßlichen Attentäter: Lee Harvey Oswald, ein 24 Jahre alter Marxist, der in die Sowjetunion ausgewandert und zurückgekehrt war. Er jobbt im Schulbuchlager, wo auch seine Waffe gefunden wird. Fingerabdrücke und Projektile werden identifiziert. Doch Oswald streitet alles ab. Noch heute ist der Tathergang umstritten. Von den Verhören existieren keine Protokolle. Zu einem Prozess kommt es nicht, da Oswald während der Verlegung in ein anderes Gefängnis von dem Nachtclub-Besitzer Jack Ruby vor laufender Kamera erschossen wird.

Der Mord am mutmaßlichen Mörder nährt Spekulationen. Eine Kommission soll Kennedys Tod aufklären. Sie kommt zum Schluss: Oswald handelte allein. Ein weiterer Untersuchungsausschuss geht kurz darauf von mehreren Tätern aus. Seither halten sich Verschwörungstheorien: Waren am Attentat auf den 35. amerikanischen Präsidenten der KGB, Fidel Castro oder gar die US-Geheimdienste selbst beteiligt?

Stand: 22.11.2013

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