25. Mai 1963 - "Surfin' USA" wird erster Top-Ten-Hit der Beach Boys

Beach Boys 2012 live in Berlin (v.l. David Marks, Mike Love, Al Jardine

Stichtag

25. Mai 1963 - "Surfin' USA" wird erster Top-Ten-Hit der Beach Boys

Mit "Love me do" landen die Beatles im Oktober 1962 ihren ersten Hit in England. Im selben Monat entern 9.000 Kilometer entfernt fünf kalifornische Jungs mit "Surfin' Safari" erstmals die amerikanischen Charts. Die Brüder Brian, Dennis und Carl Wilson, ihr Cousin Mike Love und Schulfreund Al Jardine hatten sich The Pendletons genannt. Doch ihr Promoter tauft sie kurzerhand um und macht aus ihnen die Beach Boys.

Ein echter Strandjunge ist nur Dennis, die anderen Bandmitglieder sind eher wasserscheu. Durch seine Surf-Abenteuer am Strand von Hawthorne(Kalifornien), dem Geburtsort der Wilsons, animiert Dennis seinen Bruder Brian zu ersten Kompositionen. Der älteste der Wilsons hat einen Faible für ausgefeilten Harmoniegesang und entwickelt so den unverwechselbaren Sound der Beach Boys. Bei Capitol Records unter einem Dach mit den Beatles werden sie sich bald jahrelang mit der britischen Konkurrenz ein Kopf-an-Kopf-Rennen in den Hitparaden liefern.

Texte aus der Trickkiste

Mit den Songs des Debütalbums "Surfin' Safari", rockige, fröhliche Hymnen auf Wellenreiten, Girls und schnelle Autos, treffen die Beach Boys auf Anhieb das unbeschwerte Lebensgefühl der US-Teens. Doch die Plattenfirma glaubt nur an einen kurzlebigen Trend und drängt auf eine Nachfolgeplatte. Innerhalb von nur wenigen Tagen produzieren die Beach Boys im Januar 1963 ihr zweites Album. Weil kaum Zeit zum Texten bleibt, greift Brian Wilson in die Trickkiste: "Warum nicht einen Text schreiben, in dem jeder einzelne Surfspot in den Staaten erwähnt wird", erzählt der Komponist später.

Nach dieser simplen Idee entsteht "Surfin' USA", der Titelsong des zweiten Beach-Boys-Album. Die Harmonien kopiert Wilson exakt von Chuck Berrys "Sweet Little Sixteen", weshalb die Beach Boys später auch Berry als Co-Komponisten angeben. "Surfin' USA" wird zum ersten Superhit der jungen Kalifornier; 25 Wochen lang hält er sich in den US-Top-Ten. Im Jahr darauf folgen "Fun, Fun, Fun" und "I Get Around", die die nun weltberühmte Band auch in England und Deutschland in die Charts katapultieren. Live-Auftritte absolvieren die Beach Boys ab Ende 1964 allerdings ohne ihren Songschreiber. Nach zwei Nervenzusammenbrüchen muss sich der psychisch äußerst labile Brian Wilson auf der Bühne von Bruce Johnston vertreten lassen.

Vom simplen Surf-Sound zum komplexen Konzeptalbum

1966 erreichen die Beach Boys den Gipfel ihrer Karriere. Besessen entwickelt Brian Wilson den eingängigen Surf-Sound weiter zu komplexen, orchestralen Arrangements. So entsteht das legendäre Konzeptalbum "Pet Sounds", das die Beatles zu "Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band" inspiriert. Die Single "Good Vibrations", für deren Produktion Brian Wilson allein sechs Monate Studioarbeit benötigt, bringt den Beach Boys ihren größten Erfolg ein. Danach gehen die Plattenverkäufe kontinuierlich zurück, und die Bandmitglieder driften, bedingt durch Streitereien und Drogeneinflüsse, immer weiter auseinander.

Doch trotz aller Querelen sowie der Tode von Dennis Wilson 1983 und Carl Wilson 1998 bleiben die Beach Boys in wechselnden Besetzungen bestehen. 2012 feiern die überlebenden Veteranen des kalifornischen Traums ihr 50. Band-Jubiläum. Unterstützt von zehn exzellenten Musikern, alle rund 40 Jahre jünger als ihre Arbeitgeber, gehen die Beach Boys noch einmal auf Welttournee. "Betreutes Singen" überschreibt "Die Zeit" ihre Konzertkritik.

Stand: 25.05.2013

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