23. Januar 1803 - Todestag des Brauereigründers Arthur Guinness

Todestag Arthur Guinness

Stichtag

23. Januar 1803 - Todestag des Brauereigründers Arthur Guinness

Ein Guinness zu trinken, dafür gibt es laut Chefbraumeister Fergal Murray nur eine Art. Man sitzt in gerader Körperhaltung, den Ellbogen fünfundvierzig Grad abgewinkelt. Das Glas Guinness wird in exakt sieben gleichen Zügen geleert, was sich am Ende an sieben gleichmäßig angeordneten Schaumringen ablesen lassen müsse. Eine Kunst für sich ist es auch, ein Pint von dem Schwarzbier mit dem cremefarbenen Häubchen korrekt abzufüllen, das sind 0,56 Liter. Nach Angaben von Guinness dauert die Prozedur genau 119,5 Sekunden.

Brauerei für 9.000 Jahre gepachtet

Benannt ist das berühmte Bier nach Arthur Guinness, der 1725 in Celbridge, 20 Kilometer von Dublin entfernt, geboren wird. Sein Vater arbeitet als Landverwalter eines Erzbischofs und versorgt die Arbeiter des Guts mit selbstgebrautem Bier. Als der Erzbischof stirbt, hinterlässt er Arthur Guinness hundert Pfund. Das Geld ermöglicht es ihm, in die Hauptstadt zu gehen und selbst ins Biergeschäft einzusteigen. "Die Tradition von Guinness beginnt 1759 an der St. James-Gate-Brauerei. Hier hat Gründer Arthur Guinness den unvorstellbar langen Pachtvertrag über 9.000 Jahre abgeschlossen", erklärt die Archivbeauftragte des Guinness-Unternehmens, Evelyn Roche.

Geröstete Gerste färbt das Bier dunkel

Der damals 34-jährige Guinness produziert zunächst nur helles Bier, das süffige Ale. Dann experimentiert er mit dem aus London stammenden dunklen Porter-Bier und braut schließlich das unverwechselbare Guinness. Die Farbe und das spezielle Aroma erreicht der Geschäftsmann, indem er besonders dunkel geröstete Gerste hinzufügt. An den Zutaten hat sich bis heute nichts geändert, erklärt der Guinness-Braumeister Fergal Murray. "Das Wasser kommt von den Wicklow Mountains. Es ist frisch, klar und ohne Zusätze. Wir nehmen irische Gerste, die wir seit Generationen von denselben Farmen kaufen."

Brauerei bleibt in der Familie

Das Bier des Arthur Guinness verkauft sich bereits im 18. Jahrhundert prächtig - auch dank geschickter Werbestrategien. Als Warenzeichen wählt Guinness die keltische Harfe, ein Nationalsymbol. So zeigen die Iren mit jedem Schluck auch ihren Unabhängigkeitswillen. Ab 1799 braut Guinness nur noch das dunkle Bier und übergibt die Geschäfte allmählich an drei seiner Söhne. Insgesamt hat er 21 Kinder mit seiner Frau Olivia bekommen, von denen nur zehn das Kleinkindalter überleben. Als Arthur Guinness am 23. Januar 1803 auf seinem Landsitz nahe Dublin stirbt, ist seine Brauerei eine der bedeutendsten Irlands.

Stand: 23.01.2013

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