8. Dezember 1542 - Königin Maria Stuart wird geboren

Porträt von Maria Stuart, Königin von Schottland (Holzstich)

Stichtag

8. Dezember 1542 - Königin Maria Stuart wird geboren

Wer war diese schöne, eigenwillige und unergründliche Königin wirklich? Tragisches Opfer politischer und religiöser Machtkämpfe oder eine gewiefte Intrigantin, die zur Verfolgung ihrer Interessen auch vor Mordaufträgen nicht zurückschreckte? Über Jahrhunderte hat der Mythos Maria Stuart Künstler in ganz Europa zu großen Dramen und Kompositionen inspiriert.

Nur sechs Tage nach der Geburt am 8. Dezember 1542 folgt Maria Stuart ihrem verstorbenen Vater Jakob V. auf den Thron von Schottland. Heftige Auseinandersetzungen von Katholiken und Protestanten erschüttern damals ihr Land. Durch ihre Großmutter hat Maria auch Anspruch auf die Krone Englands. Dort herrscht Heinrich VIII., der Vater von Elisabeth I., die sie 40 Jahre später aufs Schafott schicken wird. Maria ist gerade zwei Jahre alt, als Heinrich siegreich gegen die Schotten zu Felde zieht und den Befehl zu Marias Entführung gibt.

Unglückliche Wahl der Gatten

Die kleine Königin wird in Frankreich in Sicherheit gebracht. Beim Erzfeind Englands erlebt die hübsche, aufgeweckte Maria in den folgenden 13 Jahren die herrlichste Zeit ihres Lebens. Als sie 1558 den Thronfolger Franz II. heiratet und so auch zur künftigen Königin Frankreichs wird, scheint ihr Glück sicher zu sein. Doch nur ein Jahr nach seiner Thronbesteigung stirbt Franz II. Maria zieht aus dem nun einsetzenden Kleinkrieg mit ihrer Schwiegermutter Katharina von Medici die Konsequenzen und kehrt als 19-jährige Witwe in das ihr fremde, weitgehend protestantische Schottland zurück.

Als überzeugte Katholikin will sie tolerant über das seit der Reformation tief gespaltene Land herrschen. Doch Maria unterschätzt die hochbrisante Lage und wird von den mächtigen Lords als zu schwach beurteilt. Sie schürt das ihr entgegengebrachte Misstrauen noch, als sie 1565 gegen alle Widerstände keinen Kandidaten aus Europas Hochadel heiratet, sondern ihren als König ungeeigneten Cousin Lord Darnley. Zwei skandalreiche Ehejahre später wird Darnley ermordet aufgefunden. Als Drahtzieher der Tat gilt der mächtige Earl of Bothwell, doch Maria Stuart wird der Mitwisserschaft beschuldigt.

Verhängnisvolles Exil

Der Eklat ist perfekt, als Maria drei Monate nach Darnleys Tod ausgerechnet den vermeintlichen Mörder Bothwell heiratet. Das Volk und die ihr noch treuen Adligen wenden sich nun endgültig von ihr ab. Am 24. Juli 1567 wird sie zugunsten ihres mit Darnley gezeugten Sohnes zur Abdankung gezwungen. Alle militärischen Versuche, den rebellierenden Adel doch noch unter Kontrolle zu bekommen, scheitern. Maria Stuart wird gefangen gesetzt und nutzt am 2. Mai 1568 eine Gelegenheit zur Flucht. Die Katholikin reist ins protestantische England und ersucht Königin Elisabeth, ihre Tante 2. Grades, um Unterstützung bei der Wiedererlangung ihres Throns.

Elisabeth aber erkennt in der stolzen Maria eine gefährliche Konkurrentin. Weil die schottische Königin sich weigert, auf ihren dynastischen Anspruch auf Englands Krone zu verzichten, lässt Elisabeth die Thronrivalin festsetzen. Fast 19 Jahre verbringt Maria Stuart bestens bewacht in wechselnden Schlössern und Burgen. Immer wieder werden Elisabeth Beweise über Verschwörungen und Attentatspläne Marias vorgelegt. Schließlich kann die englische Königin den Forderungen ihrer Regierung nach einer Verurteilung der Hochverräterin nicht länger ausweichen.

Der geplanten Ermordung Elisabeths für schuldig befunden, tritt Maria Stuart am 8. Februar 1587 in Fotheringhay Castle, dem Stammsitz des Hauses York, vor ihren Henker - stolz und ungebrochen, in dunkelroter Unterkleidung als Symbol ihres Märtyrertums. Drei Beilhiebe sind nötig, bis das königliche Haupt endlich fällt.

Stand: 08.12.2012

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