2. Dezember 1547 - Tod des spanischen Konquistadors Hernán Cortés

Hernan Cortés wird in Tenochtitlán von Azteken-König Moctezuma empfangen

Stichtag

2. Dezember 1547 - Tod des spanischen Konquistadors Hernán Cortés

Seit Wochen weiß Moctezuma II., König der Azteken und mächtigster Herrscher Südamerikas, von der Landung mysteriöser Fremder an der Küste seines Reichs. Wie soll er diese weißen "Eisenmänner" empfangen, die sich auf unbekannten Tieren und mit Feuer speienden Geschützen seiner Hauptstadt Tenochtitlan nähern? Von seinen Ratgebern im Stich gelassen, beschließt der verunsicherte König abzuwarten und nichts zur Verteidigung zu unternehmen.

Hernán Cortés, Anführer der geheimnisvollen Eindringlinge, ahnt nicht, dass er durch Moctezumas Zaudern Weltgeschichte schreiben wird. Als der Spanier 1519 Tenochtitlan erreicht, eine der größten und prächtigsten Städte jener Zeit, bereitet ihm Moctezuma II. einen fürstlichen Empfang. Ein folgenschwerer Fehler: In weniger als zwei Jahren gelingt es Cortés mit seiner kleinen Streitmacht, das übermächtige aztekische Reich zu erobern und damit den Aufstieg Spaniens zur Weltmacht im 16. Jahrhundert zu begründen.

Ohne Befehl dem Ruhm entgegen

Der 1485 in der Extremadura geborene Konquistador (spanisch: Eroberer) aus niederem Adel studiert zunächst Jura. Getrieben von der Hoffnung auf gesellschaftlichen Aufstieg, zieht es Hernán Cortés mit 19 Jahren in die gerade entdeckte Neue Welt. 1511 nimmt er an der Besitznahme Kubas teil und steigt zum Sekretär des mächtigen Gouverneurs Diego Velázquez auf. Der als klug und tatkräftig beschriebene Cortés züchtet Vieh, lässt erfolgreich nach Gold suchen und ist bald einer der reichsten Männer Kubas.

Doch Cortés will viel mehr: militärischen Ruhm und Anteil an den unermesslichen Schätzen, die in den unerforschten Gebieten im Westen zu finden sein sollen. Ohne Befehl rüstet er eine gut bewaffnete Flotte aus und sticht im Februar 1519 gegen eine Order des Gouverneurs mit 670 Männern in See. Auf der Halbinsel Yucatan erhält Cortés von einem Maya-Häuptling ein für ihn unschätzbar wertvolles Geschenk: Malinche, eine junge, hochintelligente Indianerin, die die Sprache der Mayas wie der Azteken und bald auch Spanisch spricht. Sie bahnt ihm als Dolmetscherin den Weg, wird seine Geliebte und Mutter eines Kindes.

Das Ende Tenochtitlans

Nach der Landung in Mexiko im April 1519 findet Cortés mit Malinches Hilfe Verbündete beim Marsch auf Tenochtitlan. Vasallen wie die Totonaken und die Tlaxcalteken leiden unter der grausamen Azteken-Herrschaft und hoffen auf Unterstützung. Mit Diplomatie und Brutalität spielt Cortés die Völker gegeneinander aus; wer nicht kooperiert, wird niedergemetzelt. Am 8. November 1519 erreichen die Spanier die sagenumwobene Hauptstadt, die mitten im Texcocosee liegt und nur über Dämme zu erreichen ist. Sechs Tage nach seinem glorreichen Empfang lässt Cortés König Moctezuma aus Angst vor der Übermacht seiner Gastgeber gefangen nehmen.

Während der Konquistador ein von Gouverneur Velázquez gegen ihn entsandtes Heer besiegt, kommt es Ende Juni 1520 in Tenochtitlan zu einem Gemetzel von Spaniern an den Azteken. Dies führt zu einem Aufstand, bei dem Moctezuma II. getötet wird. Cortés muss sich zurückziehen. Erst nach erbitterten Kämpfen und monatelanger Belagerung kann er im August 1521 die völlig zerstörte Hauptstadt einnehmen und Cuauhtémoc, den letzten Herrschers der Azteken, gefangen setzen.

Zum Generalkapitän Neuspaniens erhoben, vollendet Cortés die Eroberung Mexikos, der rund 15 Millionen Ureinwohner durch Waffengewalt, Hunger oder Krankheit zum Opfer fallen. Auf den Trümmern Tenochtitlans wird Mexiko-Stadt als Hauptstadt des Vizekönigreichs Neuspanien errichtet. Hernán Cortés nimmt in seinen späten Jahren an einem Feldzug gegen Honduras teil und entdeckt 1536 Kalifornien. Als überaus reicher Mann, aber politisch kalt gestellt, stirbt er am 2. Dezember 1547 mit 62 Jahren bei Sevilla.

Stand: 02.12.2012

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