19. August 1977 - Groucho Marx stirbt in Los Angeles

Julius Henry "Groucho" Marx, Mitglied der "Marx Brothers"

Stichtag

19. August 1977 - Groucho Marx stirbt in Los Angeles

Die Havanna und der Frack sind geklaut, die Brille aus Fensterglas und der Brikettschnauzer nur angemalt: Groucho Marx ist der Wort-Witzbold der amerikanischen Komikertruppe "The Marx Brothers", die vor allem in den 1930er Jahren mit ihrem anarchischen Humor Erfolg hat. Groucho, der mit richtigem Vornamen Julius Henry heißt, wird am 2. Oktober 1890 (nach anderen Quellen 1895) in New York als Sohn jüdischer Emigranten geboren. Sein Vater stammt aus dem Elsass, die Mutter aus Deutschland.

Grouchos Karriere beginnt bereits im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts: Zusammen mit seiner Mutter, einer Tante und drei seiner vier Brüder gehört er zu den "Six Mascots", die an Varieté-Theatern auftreten. Später machen sich die Brüder Groucho, Chico, Harpo und Zeppo als die "Four Nightingales" selbstständig. Sie schaffen es von Provinzbühnen an den Broadway und bis nach Hollywood: Mit ihren Filmen werden sie als "Marx Brothers" schließlich weltberühmt. Gummo, der vierte der Brüder, springt jeweils ein, wenn einer der anderen verhindert ist.

FBI legt Akte an

Während Chico Klavier spielt, Harpo den stummen Clown mimt und Zeppo den Normalen darstellt, gibt Groucho den impertinenten Schwätzer. Seine Devise lautet: "Ich möcht nie einem Club angehören, der jemanden wie mich als Mitglied aufnimmt." Seine Gags sind oft doppeldeutig, aber Groucho Marx und sein Humor bleiben immer über der Gürtellinie: "Für schlüpfrigen Humor braucht man kein Talent." Aber mit "sauberer Komik" ankommen - das könne nur ein echter Komödiant.

1949 (nach anderen Quellen 1950) drehen die Marx-Brüder mit "Love Happy" ihren 13. und letzten gemeinsamen Film. Chico und Harpo gehen in Rente. Groucho setzt seine Laufbahn mit seinem inzwischen echten Schnurrbart zunächst im Hörfunk und dann im Fernsehen fort. In Talk- und Quizshows macht er, was er am besten kann: reden - auch wenn es ihn immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Als er im Scherz fragt, wann denn endlich jemand den US-Präsidenten Richard Nixon ermorden würde, wird die Äußerung in seiner FBI-Akte vermerkt. Das Büro von J. Edgar Hoover stellt schon jahrelang belastendes Material über den Komiker zusammen. Laut Grouchos Akte hat er sich während des Spanischen Bürgerkriegs für die Republikaner engagiert, im Zweiten Weltkrieg Geld für die Sowjetunion gespendet und später zu einer Gruppe gehört, die sich gegen die Schnüffeleien des "Komitees gegen unamerikanische Umtriebe" wehrte.

"Ich wollte immer Schriftsteller werden"

1974 werden Groucho Marx und seine Brüder mit einem Ehren-Oscar ausgezeichnet. Privat ist Groucho wie im Film: Er liebt Albernheiten, Zigarren und Frauen. Drei Mal ist er verheiratet und drei Mal geschieden. Seine große Leidenschaft aber ist das Lesen. Denn der Satiriker ist ein Selfmade-Intellektueller: "Die Schauspielerei hat mich nie sonderlich interessiert, ich wollte immer Schriftsteller sein - auch ohne Schulabschluss." Er schreibt fünf Bücher über sein Leben und seine Arbeit. "Darauf bin ich stolzer als auf alle Theaterstücke, Filme oder sonst etwas zusammengenommen."

"Alter ist kein besonders interessantes Thema", sagt Groucho immer wieder. "Jeder kann alt werden, man muss nur lange genug leben." Am Ende seines Lebens gilt er als verwirrt. In mehreren Prozessen wird um seine Vormundschaft gestritten. Groucho Marx stirbt am 19. August 1977 in Los Angeles im Alter von 81 (nach anderen Quellen 86) Jahren.

Stand: 19.08.2012

Programmtipps:

Auf WDR 2 können Sie den Stichtag immer gegen 9.40 Uhr hören. Wiederholung: von Montag bis Freitag gegen 17.40 Uhr und am Samstag um 18.40 Uhr. Der Stichtag ist nach der Ausstrahlung als Podcast abrufbar.