14. August 1971 - Todestag von Georg von Opel

Georg von Opel mit sechs Batterie-Trögen vor Opel GT

Stichtag

14. August 1971 - Todestag von Georg von Opel

Georg von Opels Leben prall gefüllt zu nennen, wäre stark untertrieben. Der 1912 in Frankfurt geborene Enkel von Opel-Werk-Gründer Adam Opel ist ein Allroundtalent, von Haus aus auf Erfolg und Leistung getrimmt. Das stellt der Unternehmer, Sportler und Sportfunktionär beruflich wie privat mit einer breiten Palette von Aktivitäten und Leidenschaften unter Beweis.

Als Georgs Familie 1928 die Opel-Werke für 125 Millionen Mark an General Motors verkauft, wird aus dem 17-jährigen Unternehmens-Kronprinz ein schwerreicher Pensionär. Trotzdem macht Georg von Opel eine kaufmännische Ochsentour durch die englische und amerikanische Auto-Industrie. 1936 übernimmt er die Opel-Vertretung im Raum Frankfurt, die er zu einem Niederlassungsnetz mit 2.000 Mitarbeitern ausbaut. Den Slogan "Ein Opel von Opel" kennt in Hessen jedes Kind.

Tankstellenchef und IOC-Mitglied

Der Chef persönlich fährt natürlich auch Opel, vorzugsweise einen kleinen Kadett. Der allerdings ist getunt wie ein Porsche. Georg von Opel liebt die entgeisterten Blicke überholter Mercedes-Fahrer auf der Autobahn. Unternehmerisch investiert er in zahlreiche innovative Firmen; als Großaktionär der Continental Gummi steht er dem Konzern-Aufsichtsrat von 1946 an vor. Mit seinen "Volkskraftstofftankstellen" (VK) sagt von Opel den Benzin-Giganten den Kampf an. "Immer billiger als die anderen" lautet seine Devise. Aus der VK-Organisation entwickelt sich später das Netz der Freien Tankstellen.

Georg von Opels größte Leidenschaft aber gilt dem Sport. Er ist als Ruderer Weltklasse und sammelt Preise als Auto- und Motorradrennfahrer. Er gilt als exzellenter Schütze, fliegt, taucht und reitet. Dazu übt er ein halbes Dutzend olympischer Sportarten von Boxen bis Tennis aus. Als Sportfunktionär präsidiert von Opel bis 1969 der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG); ab 1966 ist er Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Tod am Steuer

In mehreren Büchern beschreibt Georg von Opel seine Liebe zum wilden Afrika, das er häufig bereist. Zunächst passionierter Großwildjäger, entdeckt er später seine Liebe zum Tierschutz. 1956 legt von Opel zum Entsetzen der betuchten Nachbarschaft direkt an seiner Villa in Kronberg im Taunus einen Tierpark an. Zwei Jahre später wird die Exoten-Menagerie offiziell als Zoo anerkannt und ist heute durch Tiersendungen im Fernsehen als Opel-Zoo bundesweit bekannt.

1964 muss der Erfolgsmensch einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen. Seine Frau Eugenia kommt bei einem Autounfall in der Schweiz ums Leben. Zwei Jahre später übersteht von Opel, scheinbar vor Kraft strotzend, einen ersten Herzinfarkt. Den zweiten erleidet der Rastlose, der arbeitet, "um die Miete für meinen Platz auf der Erde zu bezahlen", am 14. August 1971 am Lenkrad. Unweit seines Wohnorts verliert der 59-Jährige die Kontrolle über seinen Wagen, durchbricht einen Zaun und prallt gegen eine Laterne. Kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus ist Georg von Opel tot.

Stand: 14.08.2011

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