12. August 1981 - IBM präsentiert seinen ersten PC

Stichtag

12. August 1981 - IBM präsentiert seinen ersten PC

Am 12. August 1981 stellt IBM den ersten PC vor

Der erste PC: ein klobiger Kasten

Elegant ist er nicht, der IBM 5150 Personal Computer. IBM, Spezialist für elektronische Datenverarbeitung, stellt am 12. August 1981 seinen ersten Heimcomputer vor, einen eckigen grauen Kasten mit klobigem Bildschirm und separater Tastatur. Und der kann zunächst nichts: keine Tabellenkalkulation, keine Textverarbeitung, keine Spiele. "Kein System gefunden", raunzt die Maschine nach dem Anschalten. Oder: "Stecken Sie die System-Diskette ein". Der IBM 5150 hat auch keine Festplatte, nur zwei Diskettenlaufwerke für sogenannte Floppy-Disks. Erst darauf befinden sich Betriebssystem und Programme. Genau das ist der Grund für den Erfolg: die offene Architektur. Mit jeder neuen Diskette ist der Rechner ein anderer. Je nach Bedarf wird der Rechner mit Zusatzplatinen und Programmen auf Floppy-Disks neu zusammengesetzt: Ein Rechtsanwalt kann seine Kunden katalogisieren, ein Unternehmer das Lager verwalten, Statistiker Schaubilder entwerfen und der Privatmann seine Steuererklärung vorbereiten.

"Keine größeren technologischen Durchbrüche"

Heimcomputer gibt es bereits seit fünf Jahren; rund 200 Hersteller bauen ihn, zum Beispiel Commodore und Atari in den USA und NEC in Japan. Sie gelten als kleine Denkmaschinen, ein Zwischending von Taschenrechner und EDV-Anlage, auf die vor allem Spiele installiert sind. Doch die Betriebssysteme der Konkurrenten sind geschlossene Systeme und kaum erweiterbar. Gekauft werden sie vor allem von Bastlern und Spielern. Bis IBM den Markt aufmischt; der seriöse Großkonzern hatte bisher ausschließlich große Hauptverwaltungen und Forschungszentren mit elektronischen Datenverarbeitungsmaschinen ausgestattet. Zwölf Ingenieure, das dreckige Dutzend genannt, entwickeln das bis dahin kleinste IBM-System in nur einem Jahr. Der Zeitdruck ist groß, das Team greift auf handelsübliche Standard-Bauteile zurück. Microsoft, ein kleines Softwareunternehmen mit Sitz in einer Garage in Redmond bei Seattle, liefert das Betriebssystem QDOS, später MS-DOS, Intel den Mikroprozessor 8088. Mike Markkula, damals Präsident des amerikanischen Heimcomputer-Marktführers Apple, irrt, als er sagt: "Wir sehen nichts Ungewöhnliches, keine größeren technologischen Durchbrüche."

Billigste Variante für 1.565 Dollar

IBM etabliert erstmals im unübersichtlichen PC-Markt einen offenen Standard und überholt Apple schnell. Viele Menschen wollen nun einen Computer haben; IBM beliefert Büros, Schulen und Haushalte in großem Stil. Noch heute stecken in mehr als 95 Prozent der PC-Standgeräte die von IBM entwickelte Architektur. Soft- und Hardwareanbieter und die unzähligen Nachahmer werben mit den Worten "IBM-kompatibel". Obwohl der Rechner bis zu 6.000 Dollar - damals rund 12.000 Mark - kostet, verkauft IBM im ersten Jahr 35.000 Stück. Die billigste Variante ist immerhin für 1.565 Dollar zu haben und wird ohne Bildschirm geliefert. Die teure Variante kann Grafiken in 16 Farben ausspielen und 250 Schreibmaschinenseiten speichern. Zum Vergleich: Zeitgleich bietet das Versandhaus Quelle den "Volks-Computer" der US-Firma Commodore für 899 Mark an. Für alle Fälle warnt das WDR Fernsehen damals: "Wenn alle Qualitäts- und Geldprobleme gelöst sind und auch der Drucker nicht vergessen ist - noch einmal 500 Mark - dann sollte allerdings jeder genau prüfen, ob er einen Computer auch wirklich braucht."

Stand: 12.08.2011

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