26. Juli 2001 - Peter von Zahn gestorben

Peter von Zahn

Stichtag

26. Juli 2001 - Peter von Zahn gestorben

Journalist will Peter von Zahn schon in jungen Jahren werden. Es ist ein Mitschüler, der ihn bereits in der Gymnasialzeit auf die Idee bringt. Der Mitschüler ist mit von Zahn in der "Heiligen Geige", einem literarischen Zirkel. "Und der hat mich auf diesen interessanten Beruf hingewiesen", wird sich Peter von Zahn später erinnern. Dabei sagte der Mitschüler schlicht: "Es gibt 2.000 stellenlose Journalisten in Deutschland".

Geboren wird Peter von Zahn 1913 in Chemnitz. Er studiert Jura, Geschichte und Zeitungswissenschaften. Als Soldat währende des Zweiten Weltkriegs übersetzt er in einer Propagandakompanie Roosevelt-Reden für Joseph Goebbels. Nach der deutschen Kapitulation holen ihn die britischen Besatzungstruppen als Dolmetscher zu "Radio Hamburg".

Aufbau des NWDR

Hier erkennt ein britischer Offizier von Zahns journalistisches Talent und betraut ihn mit dem Aufbau des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR), aus dem später NDR und WDR hervorgehen. 1948 übersiedelt von Zahn als Korrespondent nach Düsseldorf, wo er ein Jahr später zum Studioleiter aufsteigt. Dort macht er mit seiner eigenwilligen Reportersprache und mit der Sendung "Von Rhein und Ruhr" auf sich aufmerksam.

Nach ständigen Konflikten mit NWDR-Direktor Adolf Grimme wegen des ironisch-provokanten Stils seiner Reportagen wechselt Peter von Zahn 1951 als erster deutscher Korrespondent in die USA. Hier begleitet er unter anderem Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) bei seinen Besuchen. In den 60er Jahren erteilt Adenauer von Zahn den Auftrag, einen privat finanzierten Fernsehkanal aufzubauen - ein Plan, den das Bundesverfassungsgericht durchkreuzt.

Die "Windrose"

1961 gründet von Zahn in den USA die "Windrose Film- und Fernsehproduktions GmbH", die mit ihrem legendären internationalen Reporternetzwerk und etwa 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der ganzen Welt berichtet. Von Zahn selbst dreht Dokumentationen zur Kuba-Krise oder zur Politik Konrad Adenauers.

Bis in die 80er Jahre laufen von Zahns Dokumentarspiele noch regelmäßig im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Bis zu seinem Tod arbeitet er als Produzent und Schriftsteller. Peter von Zahn stirbt am 26. Juli 2001 im Alter von 88 Jahren in Hamburg. Insgesamt verfasste er etwa 3.000 Hörfunkbeiträge und rund 1.000 Fernsehfilme.

Stand: 26.07.2011

Programmtipps:

Auf WDR 2 können Sie den Stichtag immer gegen 9.40 Uhr hören. Wiederholung: von Montag bis Freitag gegen 17.40 Uhr und am Samstag um 18.40 Uhr. Der Stichtag ist in den vier Wochen nach der Ausstrahlung als Podcast abrufbar.

"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.05 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 26. Juli 2011 ebenfalls an Peter von Zahn. Auch das "ZeitZeichen" gibt es einen Monat lang als Podcast.