28. April 1951 - Erste Bundesgartenschau wird eröffnet

Die "Blumenbahn" der Bundesgartenschau, 1. Mai 1951, Hannover

Stichtag

28. April 1951 - Erste Bundesgartenschau wird eröffnet

Entbehrungen sind das einzige, woran in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg kein Mangel besteht. Zunächst fehlt es am Nötigsten - Nahrung und Wohnraum in den zerstörten Städten. Nachdem das Überleben gesichert ist, spüren die von Trümmerlandschaften umgebenen Deutschen umso stärker ein anderes elementares Lebensbedürfnis: Sie sehnen sich nach einer schönen Umgebung, nach einem heilen Flecken Erde, unberührt von den Schrecken des Krieges.

So entsteht die Idee zu einer Gartenausstellung, wie sie seit der Kaiserzeit schon mehrfach verwirklicht wurde und entscheidend zur Verschönerung der Städte beigetragen hat. Essen etwa verdankt ihr die Gruga, die 1929 eröffnete Große Ruhrländische Gartenbauausstellung. Die erste Gartenschau der neu gegründeten Bundesrepublik soll in Hannover stattfinden, im Stadtpark unmittelbar neben dem traditionsreichen Congress Centrum. Nur mit Schaufeln ausgerüstet, machen sich im Oktober 1950 Heerscharen von Arbeitern daran, das von unzähligen Bombentrichtern zerpflügte Areal wieder in eine grüne Oase zu verwandeln.

Lange vermisste Farbenpracht

Mit tausenden Ballen Torf, etlichen Waggonladungen Kuhdung und 150 Tonnen Klärschlamm rekultivieren sie die verbrannte Erde zu fruchtbarem Boden. Neben 40 Linden, die - Not macht erfinderisch - aus einer nahe gelegenen Allee stammen, pflanzen die Hannoveraner rund um ein Wasserbassin 200 Birken, Eichen, Ahorn und Eiben an. Beete mit Stiefmütterchen, Tulpen und Rosen, Wassergärten und ein Tropenpflanzenhaus bilden farbenprächtige Anziehungspunkte. Baumschulen und Nutzgärten für Obst und Gemüse sollen den Besuchern wertvolle Anregungen geben.

Nur ein halbes Jahr später blüht und gedeiht das mit 21 Hektar Fläche noch sehr überschaubare Ausstellungsgelände. Inmitten lange vermisster, üppiger Blumenmeere eröffnet die Gattin des Bundespräsidenten, Elly Heuss-Knapp, am 28. April 1951 die erste Bundesgartenschau (BUGA) mit den Worten: "Der Garten gehört zum Wiederaufbau, er gehört zur Hoffnung nach der Zerstörung, zur Ruhe trotz aller Arbeit."

Motor der Wirtschaft und Landschaftsplanung

Trotz eines kalten und verregneten Sommers zieht die erste Bundesgartenschau mehr als 1,6 Millionen Besucher an. Fortan wird die BUGA alle zwei Jahre ausgerichtet und leistet einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau der Städte. Später rücken Impulse zu innovativer Stadt- und Landschaftsplanung in den Mittelpunkt der Gartenausstellung, die sich für die ausrichtende Region zu einem wichtigen Wirtschaftsmotor entwickelt. Gastgeber der Bundesgartenschau 2011 ist von April bis Oktober 2011 Koblenz. Wurde die erste BUGA noch für rund eine Million D-Mark auf die Beine gestellt, verfügt die 31. Auflage inzwischen über ein Gesamtbudget von 100 Millionen Euro.

Stand: 28.04.2011

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