13. Dezember 1816 - Werner Siemens wird geboren

13. Dezember 1816 Werner von Siemens wird geboren

13. Dezember 1816 - Werner Siemens wird geboren

An seinem 30. Geburtstag ist Werner Siemens nicht nach Feiern zumute. Den Ingenieur plagen Geldsorgen, und in seinen Augen hat er bislang beruflich versagt. Zwar tüftelt der Ingenieur ohne Unterlass - er hat unter anderen ein Verfahren entwickelt, um Löffel zu vergolden -, aber der große Durchbruch will ihm nicht gelingen. In dieser Lebenskrise beschließt Siemens, dem Rat seines Bruders Wilhelm zu folgen und seine ganze Energie der Telegraphie-Technik zu widmen.

Aus einer Zigarrenkiste, etwas Blech, ein paar Eisenteilen und Kupferdraht baut Siemens 1847 den Prototypen eines Zeigertelegraphen. Diese Erfindung könnte ihm endlich Geld einbringen, so die neue Hoffnung des Ingenieurs. Er leiht sich bei seinem Vetter Johann Georg Siemens das Startkapital und gewinnt den erfahrenen Berliner Feinmechaniker Johann Georg Halske für sein Projekt. Gemeinsam gründen sie 1847 die "Telegraphen-Bauanstalt Siemens und Halske" – die Keimzelle des Siemens-Konzerns mit seinen aktuell rund 350.000 Mitarbeitern in 200 Ländern.

Ingenieursschule beim Militär

Geboren wird Werner Siemens am 13. Dezember 1816 als viertes von 14 Kindern in Lenthe bei Hannover. Die Eltern betreiben ein landwirtschaftliches Gut, ein Studium können sie ihrem naturwissenschaftlich begabten Sohn allerdings nicht bezahlen. Also bleibt Siemens nur das Militär, um die gewünschte Ingenieursschule zu absolvieren. Soweit es seine Dienste zulassen, experimentiert er mit allerlei Substanzen und Verfahren.

Ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen: Eine ungewollte Explosion zerstört seine Stube und sein Trommelfell. Doch Siemens ist nicht nur ein unermüdlicher Tüftler, sondern träumt auch von einem weltweiten Unternehmen, wie es Jahrhunderte zuvor die Augsburger Familie Fugger aufgebaut hat. "Welches nicht nur mir, sondern auch meinen Nachkommen Macht und Ansehen in der Welt gäbe", notiert Siemens seine Pläne.

Nachrichtenverbindung zwischen Frankfurt und Berlin

Die "Telegraphen-Bauanstalt Siemens und Halske" erhält 1848 den ersten Großauftrag: Das junge Unternehmen soll eine Nachrichtenverbindung zwischen Frankfurt, wo das erste deutsche Parlament in der Paulskirche tagt, und dem preußischen Regierungssitz in Berlin bauen. Im März des folgenden Jahres besteht die 600 Kilometer lange Leitung ihre Bewährungsprobe: Die Meldung, dass die Nationalversammlung den preußischen König zum Kaiser gewählt hat, erreicht in weniger als einer Stunde Berlin.

Dank des unternehmerischen Erfolgs kann Siemens den Militärdienst quittieren und widmet sich fortan ausschließlich seinen technischen und unternehmerischen Visionen. Er entwickelt Dynamos, Fahrstühle, Eisen- und Straßenbahnen mit Konzern-Niederlassungen in Berlin, Sankt Petersburg, London und Wien. Der begnadete Visionär besetzt die Schlüsselpositionen mit seinen Brüdern und bindet die Belegschaft mit einer modernen Sozialpolitik ans Unternehmen. So führt Siemens, der 1888 in den Adelsstand erhoben wird, eine Sterbekasse ein, beteiligt seine Mitarbeiter am Gewinn und kümmert sich um ihre Pensionen.

Gegen die Umwandlung seiner Firma in eine Aktiengesellschaft wehrt sich Werner von Siemens bis zu seinen Tod. Er stirbt am Nikolaustag 1892, kurz vor seinem 76. Geburtstag. Erst danach wird Siemens eine Aktiengesellschaft, die bis heute mit vielen Produkten Geld verdient, für die Werner von Siemens die Grundlagen geschaffen hat.

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Stand: 13.12.2016, 00:00