27. August 1967 - Todestag des Beatles-Managers Brian Epstein

George Harrison und Brian Epstein bei einer Filmpremiere am 06.01.1964

27. August 1967 - Todestag des Beatles-Managers Brian Epstein

Als er mit nur 32 Jahren stirbt, bedeutet das langfristig auch das Ende der Beatles. Denn er war einer von ihnen: Brian Epstein, der legendäre Manager der Band, wird am 27. August 1967 tot in seinem Londoner Wohnhaus im Stadtteil Belgravia aufgefunden. Sein Leben zwischen Geld, Ruhm und Depressionen endet nicht mit einem Selbstmord, sondern mit einem falsch dosierten Mix aus Alkohol und Schlaftabletten.

Zielsicher hatte Brian Epstein die Beatlemania gesteuert: die Band ins amerikanische Fernsehen gebracht, auf Welttournee geschickt. Die Beatles sind nach seinem Tod allgegenwärtig – und er war der Macher hinter der ersten globalen Band, die England zwischenzeitlich mehr Devisen einbrachte als die Autoindustrie.

"Es wird eine Art Nebenbeschäftigung"

"Wenn einer der fünfte Beatle war, war es Brian", sagt Paul McCartney über Brian Epstein. Mit seinem tragischen Tod verliert die Band einen Fan, einen Freund und den Begründer ihrer Weltkarriere. Aus ihrer Zusammenarbeit entsteht Musikgeschichte, aber das ahnt der Sohn einer wohlhabenden, jüdischen Kaufmannsfamilie aus Liverpool nicht, als er auf die Beatles trifft.

"Er sagte mir, es sind vier Jungs, die ich gern managen würde. Man kann das halbtags machen, es wird eine Art Nebenbeschäftigung", erinnert sich seine Mutter Queenie Epstein.

Epstein erfasst das Charisma der Beatles sofort

Welch ein Irrtum: Es wird ein Knochenjob rund um die Uhr. Dabei passen sie auf den ersten Blick nicht zusammen, die lauten Rock'n'Roller in den Lederjacken und der gut gekleidete Klassikliebhaber und Inhaber mehrerer Liverpooler Plattenläden. "Es war eine ganz neue Welt für mich", sagt Epstein über seine erste Begegnung mit den Beatles im legendären Liverpooler Cavern Club. "Ich hatte vorher nichts mit Popmanagement und Popkünstlern zu tun."

Aber Epstein hat kurz als Schauspieler gearbeitet. Er versteht etwas von Bühnenpräsenz und erfasst das Charisma der Beatles sofort. "Etwas Ungeheures kam herüber. Ich war sofort beeindruckt von ihrer Musik und von ihrem Humor auf der Bühne", sagt er.

Im November 1961 übernimmt er das Management. Umgehend nutzt der Geschäftsmann Epstein seine Kontakte zur Musikindustrie, findet schließlich mit George Martin einen Produzenten. Schon die zweite Beatles-Single "Please, please me" wird ein Nummer-Eins-Hit in Großbritannien.

Da hatte Brian Epstein seinen Boys – wie er sie nannte – bereits ein bürgerliches Outfit verpasst: Einheitskleidung mit Anzug, Schlips und Kragen statt speckigen Lederjacken.

Epsteins zermürbendes Versteckspiel

Ab Mitte der 1960er-Jahre leidet Epstein. Die Musik der "fab four" wird immer komplexer. Sie treten kaum mehr auf – das beschränkt Epsteins Einfluss. Und seine Homosexualität quält ihn, sie wird in England zu jener Zeit noch strafrechtlich verfolgt. Er ist Gefangener eines zermürbenden Versteckspiels, dem John Lennon sogar einen Song widmet: "You've got to hide your love away".

Dieses Leben erträgt Brian Epstein mit Alkohol, Drogen und Beruhigungstabletten. Eine dieser Mixturen bringt ihn im Schlaf um. "Eine große Lücke tat sich auf", sagt George Harrison. "Wir wussten nichts über unsere persönlichen Geschäfte und Finanzen. Er hatte sich um alles gekümmert. Jetzt herrschte das Chaos."

Es folgen wirtschaftliche Rückschläge, die Plattenfirma der Band geht pleite. Die Beatles trennen sich 1970 – auch weil sie sich nicht auf einen neuen Manager einigen können. Ob die Band mit ihm an der Seite länger zusammengeblieben wäre, bleibt Spekulation. Aber: Ohne Brian Epstein hätte es sie mit diesem Erfolg wahrscheinlich nie gegeben.

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