10. Januar 1917 - Buffalo Bill stirbt in Denver

Werbeplakat für Buffalo Bill's Wild West Show / um 1883

10. Januar 1917 - Buffalo Bill stirbt in Denver

Postkutschen rasen durch die Manege, verfolgt von einer Meute Indianer zu Pferde. Echte Bisons lassen den Boden beben. Colts und Büchsen knallen, Lassos schwirren durch die Luft, dass die Zuschauer nur so staunen.

Ausgedacht hat sich das Spektakel William Frederick Cody, Bisonjäger, Goldgräber und Armeescout, geboren 1846 auf dem Iowa-Territorium. 1883 wird die Show "Buffalo Bill's Wild West" erstmals in Omaha, Nebraska, aufgeführt. "Buffalo Bill kann als Begründer des amerikanischen Showbusiness gelten", sagt der emeritierte Professor Karl Markus Kreis, Sozialwissenschaftler und Buffalo-Bill-Experte.

Unterwegs mit 180 Pferden und 18 Bisons

Mit seiner Wild-West-Show tourt William Cody auch durch Europa: eine logistische Meisterleistung. Mehr als 280 Menschen gehen auf Reisen, dazu 180 Pferde, 18 Bisons, zwei Dutzend Elche, Maultiere und Rinder. Die Show-Indianer sind aus Reservaten angeworben, darunter legendäre Häuptlinge und Medizinmänner wie "Sitting Bull" und "Kicking Bear". Doch im Mittelpunkt der Show steht William Cody alias Buffalo Bill.

Mit langen weißen Haaren und einem spitzen Bart – so reitet er auf seinem weißen Pferd in die Manege.

"Eine edle Männlichkeit spricht aus Antlitz und Wuchs, aus Haltung und Gebahren", schreibt ein deutscher Journalist. Der charismatische Amerikaner beeindruckt auch in Deutschland.

Unerbittlicher Bisonjäger

Doch Bill Cody hat in der amerikanischen Geschichte eine zwiespältige Rolle. Mit der Armee kämpfte er auch gegen Indianerstämme wie Kiowa und Comanche, skalpierte sogar den Unterhäuptling Yellow Hair. Als Bisonjäger richtete er zudem verheerenden Schaden in den Prärien des mittleren Westens an. Angeblich soll er einmal in 18 Monaten 4.280 Bisons erlegt haben.

Berühmt machte ihn schließlich der Journalist und Schriftsteller Ned Buntline, der reich bebilderte Groschenromane mit erfundenen Abenteuern von Buffalo Bill herausgab und viele Wildwestklischees begründete.

30 Jahre tourt Buffalo Bill durch die Welt

Als der Bürgerkrieg beendet und die Indianerstämme später in Reservate umgesiedelt sind, konzentriert sich William Cody ganz auf seine Show "Buffalo Bill's Wild West".

30 Jahre lang tourt er damit durch die Welt. Er stirbt am 10. Januar 1917 in Denver, Colorado, kurz vor seinem vor seinem 71. Geburtstag.

Programmtipps:

Auf WDR 2 können Sie den Stichtag immer gegen 9.40 Uhr hören. Wiederholung: von Montag bis Samstag um 18.40 Uhr. Der Stichtag ist nach der Ausstrahlung als Podcast abrufbar.

"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 10. Januar 2017 ebenfalls an William Cody alias Buffalo Bill. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

Stichtag am 11.01.2017: Vor 170 Jahren: Tod der Schriftstellerin Karoline von Wolzogen

Stand: 10.01.2017, 00:00