7. März 1971 - "Die Maus" feiert Fernsehpremiere

Mausspot

7. März 1971 - "Die Maus" feiert Fernsehpremiere

Die "Sendung mit der Maus" gehört seit fünf Jahrzehnten zum festen Sonntagsritual in deutschen Wohnzimmern. Pünktlich um halb zwölf versammeln sich Kinder, Eltern und Großeltern vor dem Fernseher, um mit der orangefarbenen Zeichentrickfigur zu lachen und zu lernen.

Erfunden hat den berühmten Nager mit den Klimper-Wimpern die Illustratorin Isolde Schmitt-Menzel. Aus ihrer Buchidee "Die Maus im Laden" wird mit dem WDR zusammen "Die Maus" entwickelt. Am 7. März 1971 feiert sie ihre Fernsehpremiere. Das Erfolgsrezept ist seitdem unverändert. Kompliziertes wird einfach erklärt und für jede Altersgruppe ist etwas dabei: kurze und lange Zeichentrickfilme, die kleinen Maus-Spots, Musik und verblüffende Sachgeschichten.

Start der ARD-Sendung Sendung mit der Maus (am 07.03.1971)

WDR 2 Stichtag 07.03.2021 04:17 Min. Verfügbar bis 05.03.2031 WDR 2


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Klimper, Klimper!

Der heimliche Star bleibt aber die Maus, die nur ein paar Geräusche erzeugen kann und mit einem Wimpernschlag trotzdem mehr sagt als mit 1.000 Worten. Für den Maus-Miterfinder Armin Maiwald macht genau das ihren Reiz aus: "Die Maus quasselt nicht. Sonst wäre sie auch nicht so erfolgreich geworden. Sie ist ein stummer Moderator und Problemlöser." Die Maus ist nicht nur unglaublich pfiffig, sie kann auch tolle Sachen machen - etwa ihre Barthaare als Propeller umfunktionieren oder einen Werkzeugkasten aus ihrem Bauch holen.

All diese Fähigkeiten verdankt sie dem Trickfilmzeichner Friedrich Streich. Er haucht der Maus Leben ein und stellt ihr im Laufe der Jahre mit Elefant und Ente zwei unzertrennliche Freunde zur Seite. Auch für die typischen Maus-Geräusche ist Streich zuständig: "Die Schritte machen wir mit der Kokosnuss. Und wenn sie blinzelt, da nehmen wir Kastagnetten", so der Zeichner.

Komplexe Themen leicht erklärt

Neben den Maus-Spots gehören seit jeher auch die Sachgeschichten zum Konzept der Sendung. Darin erklären Armin Maiwald sowie Christoph Biemann und seit 1999 auch Ralph Caspers in kleinen Einspielfilmen auf einfache Art und Weise komplexe Vorgänge und Themen. Wie kommen die Löcher in den Käse und wie funktioniert die Bundestagswahl? Und woher weiß die Kopfschmerztablette, dass sie in den Kopf muss, wo sie doch im Magen landet? Es gibt kaum eine Frage, der sich die Maus in den letzten 50 Jahren nicht gewidmet hätte.

Die längste und aufwändigste Sachgeschichte handelt vom Bau eines Flugzeugs. In neun Teilen zeigt Armin Maiwald Schraube für Schraube wie ein riesiger Passagierflieger entsteht. Dabei ist Redakteur Jochen Lachmuth eines ganz wichtig: "Wir sind nicht die Lehrer der Nation, sondern wir verstehen uns immer noch als Unterhalter. Wenn dabei etwas hängen bleibt, ist es gut."

Inzwischen ist die Maus das Aushängeschild für spielerische Bildung. Sie war im Weltall, hat das Bundesverdienstkreuz und unzählige Medienpreise eingeheimst. Andere würden da sicher ausflippen. Nicht so die Maus. Die genießt und schweigt.

Programmtipps:

Auf WDR 2 können Sie den Stichtag immer gegen 9.40 Uhr hören. Wiederholung: von Montag bis Samstag um 18.40 Uhr. Der Stichtag ist nach der Ausstrahlung als Podcast abrufbar.

"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 7. März 2021 ebenfalls an den Geburtstag der "Sendung mit der Maus". Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

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Stand: 07.03.2021, 00:00