23. Februar 1918 - Rote Armee in Russland gegründet

Aufruf, sich der Roten Armee anzuschliessen, von etwa 1920 mit dem Text: Hast Du dich schon für den Kampf gemeldet?

23. Februar 1918 - Rote Armee in Russland gegründet

Die Lage in Russland ist nach der Oktoberrevolution von 1917 schwierig. Die Bolschewiki haben zwar unter der Leitung von Lenin die Macht übernommen. Aber der Erste Weltkrieg ist noch im Gang und die kapitalistischen Staaten wollen keine kommunistische Regierung in Russland.

Auch nach innen müssen die Bolschewiki ihre neue Ordnung militärisch verteidigen. Gefährlich für die "Roten" sind nicht nur die Truppen der "Weißen", die den gestürzten Zaren zurück haben wollen, sondern auch nationale Unabhängigkeitsbewegungen wie jene der Ukrainer.

Gründung der Roten Armee (am 23.02.1918)

WDR 2 Stichtag 23.02.2018 04:17 Min. WDR 2

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Lenin: "Für die Sowjet-Macht"

Das Dekret zum Aufbau der Roten Armee wird im Januar 1918 verabschiedet. Als offizieller Gründungstag gilt der 23. Februar, der Tag der Mobilisierung des "werktätigen Volkes". Heute heißt er "Tag des Verteidigers des Vaterlandes".

"Die Stärke der Roten Armee besteht darin, dass sie bewusst und einmütig in den Kampf ziehen", verkündet Lenin. "Für die Macht der Arbeiter und Bauern, für die Sowjet-Macht." Zu diesem Zweck werden die Reste der zaristischen Armee mit den Roten Garden - den bewaffneten Arbeitermilizen - verbunden. Rote Kommandeure - Offiziere aus dem Proletariat - sollen die geflohenen Offiziere ersetzen.

Leo Trotzki zieht die Fäden

Der Bürgerkrieg wird äußerst brutal geführt. "Das Umbringen von Gefangenen ist ein sehr typischer Merkmal dieses Konflikts", sagt Felix Schnell, Gewalt-Forscher an der University of Essex. Das sei nicht immer nur politisch motiviert gewesen. Da Frontlinien oft gefehlt hätten, habe es auch kaum Möglichkeiten gegeben, Kriegsgefangenen-Lager aufzubauen.

Das Versprechen vom Anfang, Vorgesetzte demokratisch wählen zu lassen, wird rasch revidiert. Zum erfolgreichen Organisator wird ein Nicht-Militär: Leo Trotzki, der am 14. März 1918 das Amt des Volkskommissars für das Kriegswesen übernimmt. Vom Plan, nur Freiwillige zu rekrutieren, weicht er rasch ab.

Stalin schwächt die Armee

Auch ehemalige zaristische Offiziere werden nun aufgenommen. Ihren Gehorsam erzwingt Trotzki durch die Wiedereinführung der Todesstrafe und die Androhung von Sippenhaft für die Angehörigen.

Um sie besser kontrollieren zu können, werden die Militärexperten von politischen Kommissaren überwacht. Diese können Befehle annullieren und Offiziere absetzen. Das System hat Erfolg, die "Roten" gewinnen den Bürgerkrieg. Als Stalin Mitte der 1930er Jahre die Rote Armee säubert, werden 35.000 Offiziere beseitigt.

Nach Kriegsende umbenannt

Im Zweiten Weltkrieg sterben durch den deutschen Überfall auf die Sowjetunion schätzungsweise 13 Millionen Rotarmisten. Nach dem Sieg über Nazi-Deutschland wird die Rote Armee 1946 in "sowjetische Streitkräfte" umbenannt.

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"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 23. Februar 2018 ebenfalls an die Gründung der Roten Armee. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

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Stand: 23.02.2018, 00:00