17. April 2003 - Todestag von Robert Atkins

Robert Atkins sitzend am Schreibtisch, ca. 1973

17. April 2003 - Todestag von Robert Atkins

Modemacher Karl Lagerfeld verzichtet auf Zucker, Schauspielerin Marielle Ahrens isst nur die Hälfte. Heidi Klum hat einen anderen Tipp, um schlank zu bleiben: "Kein Brot, kein Reis, keine Spaghetti, keine Kartoffeln." Keine Kohlenhydrate also.

"Low Carb" heißt diese beliebte Diät in den USA. Robert Atkins perfektioniert diese Variante in den 1960er-Jahren und testet sie erst einmal an sich.

"Kurz bevor ich mit meiner Diät begann, las ich einen netten Artikel über eine Low-Carb-Diät, bei der man so viel essen durfte, wie man wollte", wird er sich später erinnern. "Ein anderer Artikel erläuterte, dass man weniger Hunger hat, wenn man weniger Kohlenhydrate zu sich nimmt. Das war genau das Richtige für mich, denn ich war zu hungrig, um Kalorien zu zählen."

Robert Atkins, Ernährungswissenschaftler (Todestag 17.04.2003)

WDR ZeitZeichen | 17.04.2013 | 14:41 Min.

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Eiweiß und Fett als Abnehmrezept

Geboren wird Atkins 1930 in Columbus im US-Bundesstaat Ohio. 1955 macht er seinen Doktor in Medizin, danach spezialisiert er sich auf Kardiologie. Angeblich hat er in seinem Job kaum Zeit, sich vernünftig zu ernähren. 20 Kilogramm Übergewicht bringt er auf die Waage.

Erste Erfolge hat Atkins mit einer Shrimps-Diät, die er daraufhin an 65 Patienten testet, verfeinert und anschließend in Zeitschriften und Talkshows vermarktet. Als das Modemagazin "Vogue" 1970 darüber berichtet, stürmt die High Society Atkins' Praxis.

Eine Idee wandert um die Welt

Sättigendes Eiweiß in Fleisch-Fisch- oder Eiform sind in der Atkins-Diät ebenso erlaubt wie Fett. Kohlenhydrate sind verboten.

Als Atkins dieses Prinzip 1972 in seinem Buch "Diät-Revolution" erläutert, wandert die Idee um die Welt. "Die Menschen müssen sich von der abgedroschenen Vorstellung lösen, dass man Kalorien zählen muss, um abzunehmen", heißt es darin. Die "Diät-Revolution" verkauft sich rund 15 Millionen Mal.

Der ganzheitliche Mediziner

Ausgerechnet die Kollegen des Kardiologen Atkins warnen: Das viele Fett führe zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das Eiweiß belaste Leber und Nieren. Auch der Verzicht auf Vollkornprodukte, Obst und Gemüse wird moniert. Und: Es gäbe keine Studien, die den Erfolg der "Fett-Diät" belegten.

Dann werden Studien erstellt - Ergebnis: Atkins-Diät ist unbedenklich. Ein Triumph für den Arzt, der sich weniger als Abnehm-Papst, sondern als ganzheitlicher Mediziner versteht: "Ich versuche Krebs, Herzprobleme und Diabetes mit alternativen, ungiftigen Methoden zu behandeln."

1989 gründet Atkins eine Klinik und ein Unternehmen für Nahrungsergänzungsmittel. Er stirbt nach einem Sturz am 17. April 2003 in New York.

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