19. Mai 1891 - Patent für Kronkorken angemeldet

Drei Bierflaschen

19. Mai 1891 - Patent für Kronkorken angemeldet

Im Zeitalter der Nachhaltigkeit muss sich der Kronkorken verstecken. Ist er mit dem Flaschenöffner erst einmal von Bier- oder Colaflaschen entfernt, wandert er meistens in den Müll. Anders bei Günter Offermann aus Hamburg. Der nämlich sammelt die gezackten Verschlüsse in seiner Wohnung. Rund 244.000 Kronkorken aus 218 Ländern hat Offermann schon zusammengetragen. 15 Jahre lang stand er mit seiner Sammlung im Guinnessbuch der Rekorde.

Für Offermann sind es gerade die verkorktesten Korken, die eine Geschichte erzählen: "Ich bin der Meinung, dass ein Kronkorken, der schon in einem Land war und Rost hat oder einen Knick, wertvoller ist als einer, der fabrikneu ist."

Alternative zum Bügelverschluss

Die Idee zum Kronkorken verdankt die Getränkeindustrie William Painter. Mitte des 19. Jahrhunderts von Irland ins amerikanische Baltimore ausgewandert, bringt es der Tüftler auf rund 80 Erfindungen. Darunter findet sich ein Eier-Köpf-Automat ebenso wie eine Spülmaschine für benutze Kondome. Wegweisend ist aber vor allem Painters Verschluss für Flaschen mit sprudelnden Flüssigkeiten. Getränke mit Kohlensäure kommen damals in Mode. Aber die gängigen Verschlüsse sind undicht. Oder sie fliegen einfach von der Flasche ab. Abhilfe schafft nur der Bügelverschluss, der aber teuer zu produzieren ist.

Painter verfällt auf den Gedanken, den Druck einfach auf die 24 Zacken einer Blechmanschette zu verteilen. Am 19. Mai 1891 meldet er seinen "Crown Cork" zum Patent an, zwei Jahre später gründet er die "Crown Cork and Seal Company" zu dessen Vermarktung: heute einer der größten Hersteller von Kronkorken weltweit. In den USA wird der Kronkorken zunächst auf Bierflaschen eingesetzt. Später kommt er auch bei anderen Getränken zum Einsatz. Und verliert drei Zacken.

Wie kommt der Korken von der Flasche?

Womit die Flasche entkorkt werden kann, ist in den Anfangsjahren noch unklar. Painter selbst empfiehlt seinen Kunden Messer, Schraubenzieher oder Eispickel als Instrumente. Aber der Erfolg bringt schon bald eine Lösung. Anders als bei der Konservendose, deren Öffner erst 45 Jahre später erfunden wird, dauert es beim Kronkorken gerade einmal zwei Jahre, bis der französische Einwanderer Alfred Louis Bernardin sein "Bottle Uncapping Tool" patentieren lassen kann.

Heute sind Kronkorken für Sammler wie Günter Offermann wundervolle Dinge. "Die Schönheit der Kronkorken, das Design, die vielen Unterschiede, die es gibt", machen für ihn das Sammeln zu einem faszinierenden "Lebenswerk". Billig ist das nicht. Für einen Kronkorken von der Inselgruppe Guam etwa, der in den 50er Jahren eine Limonadenflasche verschloss, musste Offermann 150 Euro berappen.

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Stand: 19.05.2016, 00:00