24. Dezember 1956 - Michael Bond entdeckt den Paddington-Bären

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24. Dezember 1956 - Michael Bond entdeckt den Paddington-Bären

Sein Hut ist rot, sein Mantel blau, seine Manieren sind makellos, und seine Vorliebe für Marmelade ist ein wenig beunruhigend. Als Familie Brown ihn am Londoner Bahnhof Paddington trifft, lädt sie ihn kurzerhand zu sich nach Hause ein. Dass es sich bei dem jungen Einwanderer "aus dem finstersten Peru" um einen Bären handelt, stört sie nicht weiter.

Die Geschichte des höflichen kleinen Bären namens Paddington begeistert seit einem halben Jahrhundert Kinder - und Erwachsene. Die Geschichte hinter der Geschichte von Paddington beginnt am 24. Dezember 1956.

Ein fast leeres Regal mit einem einzigen Bären darauf

Ganz in der Nähe des Bahnhofs Paddington wohnt Paddingtons Vater. Michael Bond ist ein zierlicher Herr von 90 Jahren mit freundlichem Gesicht und fast ebenso guten Manieren, wie sie sein Bär in den Büchern hat. Die Geschichte, wie die Geschichte von Paddington in die Welt kam, könnte selbst aus einem seiner Bücher stammen.

Am verschneiten Heiligabend im Jahre 1956 geht Michael Bond für einige späte Weihnachtseinkäufe in die Spielzeugabteilung des Londoner Traditionskaufhauses Selfridges. "Ich war allein, alle hatten ihre Einkäufe schon erledigt. Und dann war da dieses fast leere Regal mit einem einzigen kleinen Bären darauf. Er sah sehr traurig aus und er tat mir leid - und ich kaufte ihn für meine Frau", erinnert sich Bond.

Der Bär bekommt einen Platz auf dem Kaminsims ihrer kleinen Wohnung in der Nähe der Paddington Station. Dort sitzt er in den kommenden Monaten und schaut Michael Bond zu, wie er seine Kurzgeschichten schreibt. Als er wieder einmal vor seiner Schreibmaschine sitzt, fällt sein Blick auf den kleinen, traurigen Teddybären.

Das erste Buch in zehn Tagen

"Ich hatte gar nicht vor, ein Buch zu schreiben. Da steckte nur ein weißes Blatt Papier in der Maschine. Um meinen Geist zu lockern, fragte ich mich, was wohl passieren würde, wenn ein echter Bär am Bahnhof Paddington auftaucht - und begann zu tippen", sagt Bond.

Im Buch begegnen Mr. und Mrs. Brown Paddington auf einem Bahnsteig. So kommt er zu seinem ungewöhnlichen Namen. "Mehr wollte ich gar nicht machen, nur meinen Kopf beschäftigen, aber es kitzelte meine Fantasie, und nach zehn Tagen hielt ich - ohne es gewollt zu haben - ein Buch in den Händen", so Bond.

35 Millionen Bücher in 30 Sprachen

"A bear called Paddington" erscheint 1958. Und inzwischen erreichen die Paddington-Bücher eine Gesamtauflage von 35 Millionen Exemplaren in 30 Sprachen. Im Frühjahr 2017 wird das 27. Paddington-Buch in den Läden stehen und Ende 2017 kommt ein zweiter Film in die Kinos, mit Hugh Grant in der Hauptrolle. Neben Paddington natürlich. Und der Original-Bär vom Weihnachtsabend 1956 sitzt noch immer auf dem Kaminsims, gleich um die Ecke der Paddington Station.

Programmtipps:

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"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 24. Dezember 2016 ebenfalls an den Paddington-Bär. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

Stichtag am 25.12.2016: Vor 55 Jahren: Papst Johannes XXIII. beruft das 2. Vatikanische Konzil ein

Stand: 24.12.2016, 00:00