20. Juni 1988 – Todestag des Nilpferds Knautschke

Das kleine Nilpferd-Mädchen Bulette zwickt seinen Vater Knautschke in den Hintern

20. Juni 1988 – Todestag des Nilpferds Knautschke

Walross Antje, Pandabär Bao Bao oder Eisbär Knut: Mit Tieren im Zoo hat die Bevölkerung oft ein besonders inniges Verhältnis. Beim Flusspferdbullen Knautschke im Berliner Zoo ist das nicht anders. Von Anfang an ist er der Liebling der Berliner. Wie ihnen, so seien auch Knautschke zwei Eigenschaften angeboren, behaupten viele: die große Schnauze und das dicke Fell.

Knautschke, Flusspferd im Berliner Zoo (Todestag 20.06.1988)

WDR 2 Stichtag 20.06.2018 04:11 Min. Verfügbar bis 17.06.2028 WDR 2


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Exil in einer Badewanne

Geboren wird Knautschke im Bombenhagel 1943. Die Eltern werden nach einem Fliegerangriff unter den Trümmern ihres Flusspferdehauses begraben, da ist er gerade einmal acht Wochen alt. Eine Tierpflegerin nimmt ihn bei sich auf in ihrer Badewanne, bis der zerstörte Bau wieder steht, dann kommt er zurück. Und die Berliner Bevölkerung nimmt regen Anteil an seinem Schicksal. Immer wieder bringen Menschen von ihren eigenen knappen Essensrationen Brot und Äpfel in den Zoo, um ihn weiter aufzupäppeln. So kann sich Knautschke trotz des Krieges so prächtig entwickeln, dass der Zoo an Nachkommen denkt.

1949 findet Zoodirektorin Katharina Heinroth in Leipzig eine passende Nilpferddame. Kurz vor der Gründung der DDR kommt das Tier über schon bestehende Zollgrenzen hinweg nach Berlin. Aus der Beziehung geht unter anderem Tochter Bulette hervor, die, ebenfalls nach Berlin verfrachtet, mit ihrem Vater weiteren Nachwuchs bekommt.

Schwer verletzt vom Sohn

Insgesamt zeugt Knautschke 35 Nachkommen, die auf Zoos in der ganzen Welt verteilt werden. Mit Sohn Nante, der bald auch Chef wird, lebt der Flusspferdbulle in einem sozialen Verbund. Zumindest bis 1988, kurz nach Knautschkes 45. Geburtstag. Da wird er von Nante in einem Machtkampf schwer verletzt. Auch seelisch gibt er sich danach geschlagen. Knautschke stirbt am 20. Juni 1988 in Berlin. Nach seinem Tod wird er in der Naturwissenschaftlichen Sammlung der Stiftung Stadtmuseum Berlin als lebensgroße Skulptur verewigt, eine Variante aus Bronze ziert heute das Flusspferdhaus des Zoologischen Gartens von Berlin.

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Stand: 20.06.2018, 00:00