4. April 1949 - Gründung der NATO

Unterzeichnungszeremonie des Nordatlantikpakts (NATO) am 4. April 1949 in Washington

4. April 1949 - Gründung der NATO

Auf den Zweiten Weltkrieg folgt der Ost-West-Konflikt: Auf der einen Seite des "Eisernen Vorhangs" steht die Sowjetunion mit den von ihr besetzten Staaten, auf der anderen Seite die westlichen Staaten unter Führung der USA. Die Spannungen zwischen den beiden Blöcken nehmen zu. Im Juni 1948 blockiert die Sowjetunion Berlin.

Schon vorher ist befürchtet worden, die UdSSR könne versuchen, Norwegen, Griechenland und die Türkei unter ihren Einfluss zu bringen. Nun beraten westliche Staaten über ein neues Verteidigungsbündnis: den Nordatlantik-Pakt.

Gründung der NATO (am 04.04.1949)

WDR 2 Stichtag 04.04.2019 04:10 Min. Verfügbar bis 01.04.2029 WDR 2

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Zwölf Gründungsstaaten

Am 4. April 1949 unterzeichnen in Washington die USA und Kanada sowie ihre zehn europäischen Partner den Nordatlantik-Vertrag. Dazu gehören Frankreich, Großbritannien, die Benelux-Staaten, Dänemark, Island, Italien, Norwegen und Portugal. Es ist die Geburtsstunde der NATO.

Bereits 1947 hat US-Präsident Harry S. Truman verkündet: "Ich glaube, wir müssen allen freien Völkern helfen, damit sie die Geschichte auf ihre Weise selbst bestimmen können." Die sogenannte Truman-Doktrin formuliert den Anspruch der USA, Hüter der Freiheit zu sein.

Hauptquartier in Brüssel

Am 24. August 1949 tritt das NATO-Abkommen in Kraft. Dessen Kern ist Artikel fünf: "Die vertragsschließenden Staaten sind darüber einig, dass ein bewaffneter Angriff gegen einen oder mehrere von ihnen in Europa und Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle betrachtet wird."

Das ist der sogenannte Bündnisfall. Wird einer angegriffen, schlagen alle zurück - eine klare Botschaft an die UdSSR. Das Hauptquartier der NATO befindet sich zunächst Washington, später in Paris und heute in Brüssel.

Gegenstück Warschauer Pakt

1952 werden Griechenland und die Türkei NATO-Mitglieder. Durch die Unterzeichnung der Pariser Verträge zwei Jahre später wird die Bundesrepublik zum Beitritt eingeladen. Sechs Jahre nach Kriegsende ist es so weit: Ab 1955 gehört auch die BRD zum Bündnis.

Wenige Tage später gründet die Sowjetunion ein Gegenbündnis, den Warschauer Pakt. Dieser löst sich 1991 beim Zerfall der Sowjetunion auf.

Die NATO überlebt den alten Gegner und nimmt frühere Ostblockstaaten als Mitglieder auf. Ihre neue Strategie: Sie sieht sich nun auch außerhalb des eigenen Territoriums als Friedensstifterin.

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