25. Juni 1948 - Beginn der Berliner Luftbrücke

Berliner Blockade: Kinder warten auf das Flugzeug von US-Leutnat Halversen, der Süssigkeiten abwirft

25. Juni 1948 - Beginn der Berliner Luftbrücke

Josef Stalin gegen den Rest - nach dem Zweiten Weltkrieg zerstreiten sich die Alliierten. Sie können sich nicht auf eine gemeinsame Währungsunion im besiegten Deutschland einigen. Am 20. Juni 1948 führen die Westalliierten in ihren Zonen eine neue Währung ein: die D-Mark. In Berlin kommt es zur Konfrontation: Die Sowjetunion will verhindern, dass die westliche Mark auch im Ostsektor Zahlungsmittel wird.

In der Nacht auf den 24. Juni 1948 riegelt Kreml-Chef Stalin die drei Westsektoren Berlins ab. Er kappt nicht nur den Verkehr, er schränkt auch die Gas-, Strom- und Wasserversorgung ein.

Beginn der Luftbrücke nach West-Berlin (am 25.06.1948)

WDR 2 Stichtag 25.06.2018 04:16 Min. Verfügbar bis 22.06.2028 WDR 2

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Kohlen, Medikamente, Lebensmittel

Am 25. Juni 1948 befiehlt Lucius D. Clay, Oberkommandierender der US-Truppen in Europa, den Aufbau einer Luftbrücke. Die "Operation Vittles" ("Operation Lebensmittel") beginnt. Am 28. Juni 1948 schließen sich die Briten mit der "Operation Plainfair" ("Operation Hausmannskost") der Aktion an.

Neben Nahrungsmitteln werden auch Kohlen und Medikamente über die 1945 vereinbarten Luftkorridore aus Westdeutschland nach West-Berlin geflogen. Die sogenannten Rosinenbomber landen alle zwei bis drei Minuten zunächst an den Flughäfen Tempelhof und Gatow, später auch auf dem mittlerweile fertiggestellten Flughafen Tegel.

Reuter: "Nicht preisgeben"

Am 9. September 1948 ruft Oberbürgermeister Ernst Reuter (SPD) vor tausenden Zuhörern zur Hilfe für West-Berlin auf: "Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt und erkennt, dass Ihr dieses Volk nicht preisgeben dürft, nicht preisgeben könnt."

Am 12. Mai 1949 meldet der Rundfunk: "Vor wenigen Minuten fielen die Schranken an den Zonengrenzen, die Berlin zehn Monate vom sowjetischen Besatzungsgebiet trennten." Stalin hat die Blockade aufgehoben, während der - nach Angaben des Deutschen Historischen Museums - mit fast 200.000 Flügen rund 1,5 Millionen Tonnen Güter nach West-Berlin transportiert wurden.

Flüge bis Herbst 1949

Die Luftbrücke wird jedoch bis zum Herbst 1949 fortgeführt, um die Vorräte in Berlin aufzufüllen. Die Stadt bleibt weiter umstritten. 1958 kündigt Stalin-Nachfolger Nikita Chruschtschow, den Vier-Mächte-Status Berlins. Amerikaner, Briten und Franzosen sollen West-Berlin verlassen.

Als der sowjetische Plan nicht aufgeht, wird 1961 mitten durch die Stadt eine Mauer gebaut. Erst im Vier-Mächte-Abkommen, das 1972 in Kraft tritt, wird die Rechtslage der geteilten Stadt festgeschrieben. 17 Jahre später fällt die Mauer, am 9. November 1989.

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Stand: 25.06.2018, 00:00