19. März 1954 - Erste normierte Minigolf-Anlage in Ascona eröffnet

19. März 1954 - Erste normierte Minigolf-Anlage in Ascona eröffnet

Für den weißen Ball geht es durch Röhren, über Wellen und den Vulkan hinauf. Bahn eins ist gerade mit einem Loch in der Mitte des Zielkreises. Danach befindet sich das Loch mal zwischen Plastikhindernissen, mal muss auf Zickzackbahnen über Flacheisen- oder Rohrbande gespielt werden. Alle Bahnen sind zwölf Meter lang und 1,25 Meter breit - außer der "Weitschlagbahn" mit 20 Metern. Schluss ist nach Bahn 18, wie beim großen Bruder Golf.

Profis wärmen den Ball in einer Socke oder mit einem Handtuch, bevor sie schlagen. Die besten brauchen im Schnitt unvorstellbare 19 Schläge. Aber auch für Laien gilt: Immer muss der weiße Ball mit dem Schläger in das Runde.

Eröffnung der ersten normierten Minigolfanlage (am 19.03.1954)

WDR 2 Stichtag 19.03.2019 04:12 Min. WDR 2

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Wer hat‘s erfunden?

Erfunden wird das Minigolf in seiner heutigen Form vom Schweizer Gartenbauarchitekten Paul Bongni. Bereits 1950 normiert er einen Parcours und reicht ihn beim Patentamt ein; drei Jahre später wird sein Antrag bewilligt. So sind die Voraussetzungen geschaffen, um Spielern national wie international die gleichen Bedingungen zu schaffen.

Am 19. März 1954 wird in Ascona am Lago Maggiore die erste nach Plänen Bongnis genormte Minigolf-Anlage eingeweiht. Im selben Jahr entsteht in Locarno ein weiterer Parcours. Ende des Jahres stehen in der Schweiz bereits 18 Minigolf-Anlagen nach dem System.

Ein Volk der Minigolfer

1955 eröffnet in Traben-Trabach die erste Minigolf-Anlage Deutschlands. 1959 werden im italienischen Gardone Val Trompia die ersten Minigolf-Europameisterschaften ausgetragen. In den 1960er Jahren entwickelt sich Minigolf zum Freizeit-Trendsport – ein Hype, der bis heute anhält. Rund 20 Millionen Deutsche spielen Hochrechnungen zufolge hin und wieder Minigolf. Seit 1991 gibt es zudem im zweijährigen Turnus auch eine Minigolf-WM.

Bis heute werden in der Regel die gleichen Bahnen gespielt, auch wenn es Minigolf inzwischen nicht nur in Beton, sondern auch auf Filz, Zement oder als Naturrasen-Variante – und als 3D-Schwarzlicht-Fassung – gibt. Und noch etwas hat sich verändert: Inzwischen hat man nur noch sechs Versuche, um den Ball einzulochen; danach muss man sich sieben Punkte auf den Zettel schreiben. Früher waren es sieben Versuche und eine notierte "Acht". Deshalb bezeichnet man eine nicht geschaffte Bahn in Minigolfkreisen immer noch als, italienisch, "otto".

Den Weltrekord im Minigolfen hält übrigens Weltmeister Achim Braungart Zink, der heute das deutsche Nationalteam als Sportdirektor führt: 93 Schläge für vier Runden hat er gebraucht. "Man muss mit der Bahn verschmelzen", lautet sein Erfolgsgeheimnis. Aber ganz ernst meint er das nicht.

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Stand: 19.03.2019, 00:00