2. Mai 1943 - Geburtstag des Eiskunstläufers Manfred Schnelldorfer

Manfred Schnelldorfer

2. Mai 1943 - Geburtstag des Eiskunstläufers Manfred Schnelldorfer

1964, Olympische Spiele in Innsbruck. Der 20-jährige Architekturstudent Manfred Schnelldorfer ist auf dem Weg zur Goldmedaille im Eiskunstlauf der Männer. Dabei ist er mit hohem Fieber angereist.

Und auch jetzt fühlt er sich alles andere als gesund. "Durch dieses extreme Atmen und die Klimaanlage da drin – die letzten zwei Minuten bin ich schier gestorben", wird er sich später erinnern. "Meine Sorge war: Hoffentlich merken die Preisrichter das nicht."

Sie merken es nicht. Schnelldorfer gewinnt mit einer nahezu perfekten Kür Olympia-Gold gegen seinen schärfsten Konkurrenten, den Franzosen Alain Calmat. Bis heute ist er der einzige Deutsche, dem dies im Herren-Einzel im Eiskunstlauf gelang.

Manfred Schnelldorfer, Eiskunstläufer (Geburtstag 02.05.1943)

WDR 2 Stichtag | 02.05.2018 | 04:16 Min.

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Mit Elf Deutscher Meister

Geboren wird Schnelldorfer am 2. Mai 1943. Früh gerät sein Leben aus den Fugen: Die Mutter brennt mit einem Amerikaner durch und gibt ihn beim Roten Kreuz ab, der Vater findet ihn nach langer Suche 1946 in einem Kinderheim. Da er sich nicht um das Kind kümmern kann, kommt Schnelldorfer zunächst zu Pflegeeltern. Erst, als der Vater eine neue Frau findet, ist ein Familienleben möglich.

Sowohl der Vater als auch die Stiefmutter sind Eiskunstlauftrainer. Schon als Junge ist Schnelldorfer begeistert von den Sprüngen der trainierten Sportler. Früh will er aufs Eis, die Eltern erkennen sein Talent. Mit elf Jahren wird Schnelldorfer erstmals Deutscher Meister. Hans-Jürgen Bäumler, der später mit Marika Kilius Erfolge feiert, wird Trainingsgenosse, Konkurrent – und Freund.

"Immer aktiv bleiben, nicht rumhocken!"

Acht Mal wird Schnelldorfer Deutscher Meister, zwei Mal Vize-Europameister. Der Olympiasieg 1964 ist der Höhepunkt einer Karriere, die Schnelldorfer schon ein Jahr später beendet: Die Jugend sei zu stark geworden, wird er später sagen. Er nimmt sein Architekturstudium wieder auf, schlägt die Teilnahme an einer amerikanischen Revue für eine Millionengage aus – und startet eine neue Karriere als Medienstar.

Schnelldorfers Song "Wenn du mal alleine bist" von 1964 verkauft sich 400.000 Mal, in einigen Heimatfilmen wie "Die lustigen Weiber von Tirol" (1964) oder "Das Spukschloss im Salzkammergut" (1966) spielt er mit. Er heiratet früh, bekommt einen Sohn und muss den Traum vom Architekturstudium endgültig begraben.

Als Trainer und Talentsucher entdeckt er fortan Läuferstars wie Rudi Cerne und Norbert Schramm. Ansonsten hält er sich bis heute an sein Lebensmotto: "Das Wichtigste ist, dass man im Herzen drin jung bleibt. Und immer aktiv bleiben, nicht rumhocken."

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Stand: 02.05.2018, 00:00