28. Juni 1838 – Krönung von Königin Victoria I. von England

Krönung von Victoria I., Königin von England

28. Juni 1838 – Krönung von Königin Victoria I. von England

Alexandrina Victoria von Kent ist aufgeregt. "Ich erwachte um vier Uhr von den Kanonen im Park und bekam nicht mehr viel Schlaf", schreibt die damalige Prinzessin später in ihren Erinnerungen. "Der Park gab ein kurioses Spektakel ab. Massen von Menschen auf dem Constitution Hill, Soldaten, Musikkapellen." Alle sind wegen ihr gekommen. Denn es ist der 28. Juni 1838, der Tag ihrer Krönung. Da ist sie gerade einmal 19 Jahre alt. "Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie stolz ich bin, Königin einer solchen Nation zu sein", schreibt sie nach der Krönung.

63 Jahre lang wird Queen Victoria von Großbritannien und Irland regieren und einem ganzen Zeitalter ihren Namen geben. Dass sie einmal zur Symbolfigur britischer Weltgeltung und zu einer Art Übermutter der Nation wird, ist am Anfang ihrer Regentschaft nicht abzusehen.

Krönung von Queen Victoria in England (am 28.06.1838)

WDR 2 Stichtag 28.06.2018 04:10 Min. Verfügbar bis 25.06.2028 WDR 2


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Zu wenig Macht?

Geboren wird Victoria I. 1819 als einziges Kind des Herzogs Eduard von Kent und der Prinzessin Marie Louise Viktoria aus dem Haus Sachsen-Coburg-Saalfeld im Kensington-Palast. Es ist die Zeit, in der Großbritannien eine beispiellose wirtschaftliche und gesellschaftliche Blüte erlebt. Weite Teile der Welt von Afrika bis Asien hat die Seemacht kolonialisiert. Victorias große Stunde schlägt mit dem Tod ihres Onkels König Wilhelm IV. im Juni 1837. Kurz danach bezieht sie bereits mit ihrer Mutter die königlichen Räumlichkeiten im Buckingham Palace.

Das britische Volk hofft nach den moralisch fragwürdigen Vorgängern auf eine tugendhafte Herrscherin. Aber die politisch unerfahrene Victoria übertreibt ihre Rolle, agiert unklug, will sich mit ihrem geringen Spielraum in einer konstitutionellen Monarchie nicht arrangieren. Das raubt ihr viele Sympathien. Privat läuft es mit Albert von Sachsen-Coburg besser: 1840 ist Hochzeit – eine Liebesheirat.

Die "Witwe von Windsor"

Neun Kinder bekommen Victoria und Albert. Der frühe Tod ihres Mannes 1861 stürzt die Monarchin in eine tiefe Krise. Nur noch in schwarz gekleidet, vernachlässigt sie ihre Pflichten und droht als "Witwe von Windsor" in die Geschichtsbücher einzugehen. Dann aber besinnt sich Victoria. Und wird zur volksnahen Königin.

Am Ende ihrer fast 64 Regierungsjahre erreicht Victoria I. phantastische Beliebtheitswerte, die sich nur mit denen von Elisabeth II. messen lassen. Ihr Wunsch, das neue Jahrhundert noch zu erleben, wird ihr erfüllt: Sie stirbt Anfang 1901 in Osborne House auf der Isle of Wight. Ihr Name bleibt im kollektiven Gedächtnis als Synonym für das Viktorianische Zeitalter, die "Good Old Times" der britischen Weltgeltung im 19. Jahrhundert, haften.

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Stand: 28.06.2018, 00:00