27. März 1968 - Todestag des Kosmonauten Juri Gagarin

Juri Gagarin im Anzug.

27. März 1968 - Todestag des Kosmonauten Juri Gagarin

Im April 1961 empfängt die Bochumer Sternwarte in den frühen Morgenstunden seltsame Signale aus dem All, die niemand zuordnen kann. Im weit entfernten Funkempfangsamt Beelitz der Post in der DDR ist man erkenntnismäßig schon weiter. "Hallo meine Hörer", heißt es von dort. "Gegen acht Uhr sind auch hier die Funker an den Geräten, um die Stimme des neuen sowjetischen Raumschiffs mit dem ersten Menschen an Bord zu hören."

"Der Flug läuft normal. Fühle mich gut", sagt dieser erste Mensch im All. "Den Zustand der Schwerelosigkeit vertrage ich gut.

Juri Gagarin, sowjet. Kosmonaut (Todestag 27.03.1968)

WDR 2 Stichtag 27.03.2018 04:13 Min. Verfügbar bis 24.03.2028 WDR 2

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Gagarin entzückt die Queen

Die Stimme gehört dem 1934 als Sohn eines Tischlers und einer Bäuerin geborenen sowjetischen Fliegermajor Juri Alexejewitsch Gagarin aus Kluschino. 108 Minuten dauert sein Raumflug um die Erde, dann kehrt er wohlbehalten wieder zurück. Welcher Mut den 27-jährigen Jagdflieger beseelt hat, das ungeheure Wagnis auf sich zu nehmen, als erster Mensch ins All zu fliegen, ist nicht überliefert. Tatsache ist, dass die Sowjetunion Gagarin in einem streng geheim gehaltenen Auswahlverfahren unter 250 Militärfliegern ausgewählt hat. Nicht einmal seine Frau weiß, um welche Mission es sich dabei handelt.

Zurück auf der Erde, die er als "blauen Planeten" beschreibt, wird der Mann mit dem sympathischen Lachen zum Popstar der Raumfahrt. Anders als der geniale Chefkonstrukteur seines Raumschiffs, Sergej Pawlowitsch Koroljow, dessen Namen niemand aussprechen darf, wird Gagarin im Triumphzug auf "Friedensmission" unter anderem durch Europa geschickt, wo er die Queen ebenso wie Gina Lollobrigida entzückt.

Auch die USA gratulieren höflich. Hinter den Kulissen aber setzt der dritte Schock nach dem ersten sowjetischen Satelliten "Sputnik" und dem ersten Lebewesen im Weltall, der Hündin Laika, hektische Betriebsamkeit in Gang. Sie mündet in dem Versprechen des US-Präsidenten John F. Kennedy, dass noch vor Ablauf der nächsten zehn Jahre ein Amerikaner den Mond betreten und heil zur Erde zurückkehren solle.

Verunglückt bei einem Übungsflug

"Einem einfachen Menschen hat man die große Aufgabe anvertraut, den Weg in den Weltraum zu bahnen", schreibt Gagarin in einem über Jahrzehnte unter Verschluss gehaltenen Abschiedsbrief an seine Frau Valentina. "Der Technik vertraue ich voll. Es kommt aber vor, dass ein Mensch auf ebener Fläche fällt und sich den Hals bricht."

Dieser Moment ist für Kosmonaut Gagarin im März 1968 gekommen. Nachdem er jahrelang darum gebettelt hat, wieder ein Flugzeug besteigen zu dürfen, kommt endlich die Erlaubnis. Am 27. März 1968 verunglückt der erste Mensch im All tödlich bei einem simplen Übungsflug.

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"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 27. März 2018 ebenfalls an Juri Gagarin. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

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Stand: 27.03.2018, 00:00